Magdeburg l Noch Ende 2019 soll die Stelle des Managers für den Hasselbachplatz in Magdeburg besetzt werden. Zum 1. Dezember 2019 soll ein entsprechender Mitarbeiter bei ProM laut einem Beschluss des Magdeburger Stadtrats angestellt werden. Nach Volksstimme-Informationen haben sich 17 Männer und Frauen um den Posten beworben. Sie kommen sowohl aus Magdeburg als auch aus anderen Städten. Offenbar ist also das Interesse groß, im Süden der Altstadt etwas zu bewegen.

Viele Parteien mit am Tisch

Zu den Bewerbungen wollte sich ProM-Geschäftsführer Georg Bandarau nicht äußern. Er bestätigte aber, dass Bewerbungen vorliegen und dass jetzt über die Vergabe der Stelle entschieden werden soll. Dabei werde man sowohl die Stadt Magdeburg als auch Akteure vom Hasselbachplatz einbeziehen. Georg Bandarau sagt: „Jede Entwicklung birgt Chancen wie Risiken. Aber mit einem Manager für den Bereich um den Hasselbachplatz überwiegen aus unserer Sicht die Chancen deutlich.“

Dabei gelte es auch, Zeichen zu setzen. Ein erstes Zeichen werde es mit einer Aktion vor Ort bereits im Dezember geben. Zwar stehen die Details noch nicht fest – klar ist aber, dass die Menschen eingebunden werden sollen. Neben den Händlern und den Wirten sind damit ausdrücklich auch die Anwohner des Viertels gemeint.

Tatsächlich hatte der Hasselbachplatz in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Beispielsweise mit dem Krawall nach dem Aufstieg des FCM in die Zweite Bundesliga vor rund anderthalb Jahren, mit Polizeieinsätzen und zuletzt gar mit dem Einsatz von Schusswaffen. Doch klar ist auch: Solche Ereignisse gab es nicht täglich, sondern im Abstand von mehreren Monaten.

Positive Akzente unterstützen

Und es gab nach gemeinsamen Großveranstaltungen der vergangenen Jahre mit dem „Hassel Fever“ eine mehrfache Neuauflage von gemeinsamen Veranstaltungen der Wirte, ebenso wie die Beteiligung der IG Hasselbachplatz an der Fête de la Musique zum Sommerbeginn. Die Stadtverwaltung hatte ausdrücklich festgestellt, dass der Manager nicht allein in der Vermarktung und an der Imagepflege für den Bereich rund um den Hasselbachplatz mitwirken soll, sondern auch mithelfen soll, die entsprechenden Veranstaltungen zu organisieren.

Doch nicht allein als Eventmanager werde der neue Hasselmanager auftreten. Er soll auch als Vermittler zwischen unterschiedlichen Positionen, zwischen unterschiedlichen Interessen fungieren.

Sicherheit bleibt Thema

Nicht aus den Augen verlieren soll der neue Hasselbachplatz­manager derweil auch die Themen Sicherheit und gefühlte Sicherheit. Denn auch wenn Polizei und Ordnungsamt seit Monaten auf dem Platz Präsenz zeigen und obwohl beispielsweise die Polizei immer wieder darauf verwiesen hat, dass der Hasselbachplatz nicht aus dem Rahmen ähnlicher Viertel in anderen Städten fällt: Viele Magdeburger sehen hier Handlungsbedarf. Und auch dies könnte ein Thema sein, dessen sich der Hasselbachplatzmanager annehmen könnte.

Georg Bandarau sagt, dass nicht allein der Austausch mit den entsprechenden Institutionen verbessert werden soll. Auch ein Verbot von Alkohol abseits der Lokale sollte als Thema wieder aufgenommen werden: „Die Stadt war mit ihrer Regelung ja vor Gericht gescheitert. Auf der anderen Seite gibt es in Sachsen-Anhalt inzwischen Kommunen, in denen es ein Alkoholverbot gibt.“ Eine Aufgabe des Hasselbachplatzmanagers könnte also auch sein, mit der Landespolitik das Gespräch zu suchen, um eine auch auf die Landeshauptstadt anwendbare praktikable Regelung im Sinne eines friedlichen Betriebs auf den Straßen zu finden.