Magdeburg l Seit 22. Mai 2020 dürfen die Restaurants in Sachsen-Anhalt wieder öffnen. Während die meisten Gastronomen nach gut zweimonatiger Schließung darauf hingefiebert hatten und sofort die Tische und Stühle wieder vor ihre Türen stellten, blieb die Terrasse des „Amsterdams“ in Magdeburg-Stadtfeld jedoch leer. „Wann geht es los?“, fragten sich deshalb vermehrt die Gäste.

Keine offiziellen Hinweise zur Schließung

Offizielle Hinweise dazu gibt es nicht. Weder auf der Website noch der Facebookseite des Restaurants wird über die Schließung des „Amsterdams“ informiert. Auch an den Aushängen des Restaurants an der Olvenstedter Straße erfahren die Gäste noch nicht, dass es nicht weitergeht. Ein Blick ins Innere lässt darauf aber zumindest schließen: Die Spirituosenregale sind bereits leergeräumt.

Und dass es vorerst nicht weitergeht, steht fest, wie die Volksstimme erfahren hat. Weitere Auskünfte zu den genauen Hintergründen will der Betreiber aber nicht geben.

Ist Tunnelbau das Problem?

Klar ist aber, dass seit Beginn der Großbaustelle am Magdeburger Hauptbahnhof und der damit einhergehenden Sperrung der direkten Verbindung zur Innenstadt, die Geschäfte und Lokale an der Olvenstedter Straße zu knabbern hatten. Immer wieder gab es dazu Kritik von Gewerbetreibenden aus Stadtfeld. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, erst 2022 könnte der Tunnel fertig sein.

Ob das Coronavirus und die damit einhergehende zwangsweise Schließung aller Gastronomie im Land nun tatsächlich Grund der Schließung war oder nur noch das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen brachte, bleibt Spekulation.

Kneipen-Aus ist herber Verlust

Für Thomas Opp, Vorsitzender des Bürger für Stadtfeld e. V., steht aber so oder so fest, dass die Schließung des „Amsterdams“ ein „herber Verlust“ ist. „Insbesondere für das Stadtteilzentrum Olvenstedter Straße, in der mittlerweile der Leerstand auch schon bedenkliche Dimensionen annimmt“, wie er erklärt. „Wir als Bürgerverein wünschen uns, dass dieser Standort schnell wieder belebt wird“, sagt er.

Diesen Wunsch dürften viele Magdeburger teilen. Denn das Restaurant mit seiner Terrasse war bei vielen beliebt. Ob es möglicherweise Interessenten gibt, die das Lokal mit oder ohne traditionsreichen Namen übernehmen wollen, ist unklar. Es wäre nicht die erste Übernahme. 2002 hatte es beispielsweise Szenegastronom Detlef Maus, damals Betreiber der Kultkneipe „Mausefalle“, übernommen.