Magdeburg l Magdeburgs erste Interaktive Kunstsäule soll Künstlern die Möglichkeit geben, sich auch während der Coronavirus-Pandemie einem Publikum zu präsentieren. Und das an einem zentralen Ort. Die Wohnungsbaugenossenschaften MWG und Otto von Guericke haben sich entschlossen, die Säule im neuen Domquartier zu bespielen. Dort soll jedoch nicht Werbung, sondern in erster Linie Kultur präsentiert werden. Ursprünglich vom Buchdrucker Ernst Theodor Amandus Litfaß entwickelt, der sich über die vielen unerlaubten Plakate an Häuserwänden und Mauern ärgerte, sind sie nach wie vor auch im Stadtbild von Magdeburg zu finden. Und dank neuer Technologie kann die Litfaßsäule inzwischen weitaus mehr, als nur Plakate zu halten.

Hinter vier QR-Codes verbergen sich seit kurzem an der Kulturlitfaßsäule Filme, Musik, Kunstwerke, Installationen oder virtuelle Animationen. Diese können sich Passanten mit ihrem Smartphone anschauen.

„Wir möchten der Kunstszene in Magdeburg eine neue, innovative Plattform kostenfrei zur Verfügung stellen und zeigen, wie spannend und unterhaltsam die digitale Welt sein kann“, sind sich Juliane Splitt und Jana Erdmann von den beiden Wohnungsbaugenossenschaften einig. „Über das gesamte Jahr werden wir für die Magdeburger immer wieder neue Animationen an der Säule präsentieren und rufen interessierte Künstler, Maler, Musiker, Tänzer, Kabarettisten, Zauberer und viele mehr auf, sich mit ihren Darbietungen bei uns zu melden“, sagt Juliane Splitt.

Schmetterling und Dino

Aktuell ist an der Litfaßsäule ein Schmetterling, ein Dinosaurier sowie ein kurzes Video über eine von Yaroslaw Borodin geschaffene Skulptur von Robert Stieglitz sowie Bilder des Lichtkünstlers Daniel Lehmann zu sehen, die man sich mit Hilfe eines Smartphones und eines QR-Code-Scanners anschauen kann. Technisch unterstützt wurde das Projekt der beiden Magdeburger Genossenschaften von dem noch jungen, aber schon über die Landesgrenzen hinaus agierenden Magdeburger Software-Unternehmen 3DQR. Vor drei Jahren gestartet, habe das Unternehmen inzwischen bereits 30 Mitarbeiter.

„Wir haben das Projekt auf die Beine gestellt, um überhaupt eine Plattform zu haben“, sagt Juliane Splitt, danach gefragt, ob ähnlich wie bei der Bauzaungalerie auch ein wohltätiger Zweck verfolgt wird oder Künstler für ihre Leistung entlohnt werden. „Wir probieren uns gerade aus“, sagt sie. Es solle erst einmal abgewartet werden, wie die Kulturlitfaßsäule angenommen wird und ob die Magdeburger auch in Zukunft regelmäßig Gast an der Säule sein werden. Denn die Animationen, Videos und 3 D-Bilder sollen regelmäßig wechseln. „Wir werden das aber auf jeden Fall im Hinterkopf behalten“, sagt Splitt.

Daher geht zunächst ein Aufruf an alle Künstler, die Interesse haben, sich auf der Säule zu präsentieren. „Wir können mit ihnen individuell ins Gespräch kommen, um abzustimmen, wie ein wirklich cooles Video entsteht“, sagt Juliane Splitt.