Magdeburg l Es war nur Zentimetersache: Bei dem schweren Unfall am Sonntagabend auf der Pettenkoferbrücke hatte der 28-jährige Unglücksfahrer ganz offensichtlich einen Schutzengel dabei. Als er gegen 21.14 Uhr auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verlor und damit das Brückengeländer durchbrach, stand das Fahrzeug auf der Kippe und drohte, in 8 Meter Tiefe auf die Bahngleise zu stürzen. Im Bericht der Feuerwehr heißt es, bei Eintreffen der Einsatzkräfte habe der Pkw schon „mit der Vorderachse in der Luft“ gehangen. Das blaue Geländer hatte das Auto gerade noch stoppen können.

Der junge Fahrer aus Magdeburg konnte sich selbst befreien. Doch dann war Spezialtechnik gefragt. Mit Hilfe der Seilwinde eines Bergungsfahrzeugs wurde das Unfallauto zurück auf die Brücke gezogen. Für diese Zeit war der Bahnbetrieb eingestellt, es kam auch zu Behinderungen für den Auto- und Straßenbahnverkehr. Der Unfallfahrer erlitt laut Polizeisprecher Marc Becher leichte Verletzungen an der Schulter. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Schon häufiger Unfälle

Zur Höhe des Sachschadens gab es noch keine Angaben. Der Schaden an der Brücke sei jedoch begrenzt auf das Geländer, erklärte Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Volksstimme-Nachfrage. Das Geländer sei auf einer Länge von zehn Metern stark beschädigt. Zwei Geländerfelder seien komplett zerstört. In den angrenzenden Bereichen seien zudem Teile verbogen. „Zum genauen Reparatur-Zeitraum können wir noch nichts Konkretes sagen“, so Kinszorra. Man sei an den Terminkalender des Herstellers gebunden. Mit diesem, einer Firma aus Uelzen, habe die Stadt aber bisher gute Erfahrungen gemacht.

Es war der zweite Unfall in diesem Jahr auf der Pettenkoferbrücke. Nach einem leichteren Auffahrunfall mit Blechschaden am 9. April ist der Unfall vom Sonntagabend als schwer einzustufen. Und es ist längst nicht der erste dieser Art auf der Brücke. Auch wenn sie offiziell nicht als Unfallschwerpunkt gilt, passieren auf der kurvigen Brücke mit den Gleisen immer wieder Unfälle. 2015 und 2016 waren es jeweils fünf, häufig auch auf regennasser Fahrbahn. 2012 steckte schon einmal ein Auto im Geländer fest. Im Oktober 2016 war gar ein Pkw in die Tiefe gestürzt. Der 36-jährige Fahrer erlitt schwerste Verletzungen.