Leitzkau plant Töpfermarkt und Kabarett

Mit dem Töpfermarkt und Hengstmann-Kabarett plant der Förderkreis Leitzkau fest mit zwei Veranstaltungen unter freiem Himmel.

Leitzkau l Das zweite Wochenende im September soll auch in diesem Jahr dem Leitzkauer Töpfermarkt gehören. Die Jury hat bereits getagt, und ist mit ihrer Wahl von Reinhild Alber aus Kaufungen und Viktoria Benedek aus Plauen ihrer Tradition treu geblieben, neben in Leitzkau schon bekannten Keramikern auch zwei neue Teilnehmer einzuladen.
Wie der Töpfermarkt trotz Pandemie für Händler, Besucher und Veranstalter ein Erfolg werden kann, hatte der Förderkreis Kultur und Denkmalpflege schon im September 2020 unter Beweis gestellt. Zum umfangreichen Hygienekonzept hatte unter anderem die Reduzierung des Rahmenprogramms, größere Abstände zwischen den Ständen und breitere Wege sowie ein kontrollierter Einlass gehört.
Darüber hinaus geht der Förderkreis fest davon aus, im August auch wieder das Kabarett Hengstmanns unter freiem Himmel präsentieren zu können. Ob die Brüder Tobias und Sebastian Hengstmann oder gemeinsam mit ihrem Vater Frank, das Magdeburger Kabarett zählt zu den Publikumslieblingen.
„Hinter allen anderen Veranstaltungen stehen noch große Fragezeichen“, sagte Viola Handke aus dem Büro des Förderkreises. Vorgesehen ist, so zeigt es auch der Veranstaltungsplan auf der Internetseite, viele Veranstaltungen nachzuholen, die 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden mussten. Ob und ab wann das möglich ist, ist bislang jedoch völlig offen. Der Kemenatensaal, in dem viele Veranstaltungen stattfinden, kann nur genutzt werden, wenn die Abstandsregel fällt. Ansonsten gelingt es nicht, genügend Zuschauer unterzubringen, um Veranstaltungen wenigstens kostendeckend durchzuführen.
Mehrere Mitglieder des Förderkreises stehen bereit, um regelmäßig Führungen durch Schloss Leitzkau mit seiner spannenden Geschichte von den Prämonstratensern über Familie von Münchhausen bis zur Pantoffelschule und dem heutigen Sitz der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt anzubieten. Einen aufschlussreichen Einblick in das wechselvolle Schicksal der Schlossanlage bot bislang die Dauerausstellung im Schloss Neuhaus, dem Sitz der Kulturstiftung.
Die Dauerausstellung wurde inzwischen abgebaut. Wegen anstehender Sanierungen, wie Eta Erlhofer-Helten, Referentin des Generaldirektors, auf Nachfrage der Volksstimme mitteilte. Teile der Exposition konnten in Schloss Hobeck, im Kemenatensaal und im darüberliegenden Kaminzimmer, also den Räumlichkeiten, die der Förderkreis nutzt, untergebracht werden. „Damit haben wir den Förderkreis unterstützt.“
Aus Sicht des Förderkreises ist der Abbau der Dauerausstellung jedoch ein großer Verlust. Das weithin sichtbare Schloss ziehe die Menschen an, sagte Viola Handke. Da sei Enttäuschung vorprogrammiert, wenn ein Betreten des Schlosses Neuhaus künftig nicht mehr möglich sei. Das deutlich kleinere Schloss Hobeck könne das nicht ersetzen. Zumal auch nur ein kleiner Teil der Exponate aufgenommen werden konnte, da der Förderkreis den Platz für seine Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte, Abende bei Amalie oder bei Albrecht benötige.
Bedauerlich findet auch Ortsbürgermeister Dr. Peter Randel die Entwicklung. Er setzt sich seit Jahren für eine Stärkung des örtlichen Tourismus ein und weiß zugleich um seinen begrenzten Einfluss. Er könne die Beweggründe der Kulturstiftung nachvollziehen, die mehr Platz benötige. „Wir kommen nicht zu Potte.“ Mehr Platz auf dem Schlossgelände hätte die Kulturstiftung auch durch das jetzige Kita-Gebäude bekommen können. Voraussetzung wäre ein Umzug der „Schlossgeister“ in das (vorher zu sanierende) Gemeindezentrum am Jesteburger Weg. Ohne umfangreiche Fördermittel kann die Stadt Gommern das nicht leisten. Auf die Anbindung des Leitzkauer Schlosses an den Elberadweg über Lübs warten die Leitzkauer und Lübser ebenfalls seit einigen Jahren. Hier fehlen genauso die Mittel.