Radverkehr

Magdeburg soll Fahrradstraße bekommen

Die Goethestraße soll Magdeburgs erste echte Fahrradstraße werden. Dadurch haben Radfahrer mehr Rechte.

Von Stefan Harter 18.12.2017, 10:00

Magdeburg l Entspannt nebeneinander radeln, ohne die drängelnden Blicke der Autofahrer hinter sich zu spüren – das sollen Radfahrer bald in der zur Fahrradstraße erklärten Goethestraße in Magdeburg erleben können. Nachdem bei einem Bürgerworkshop im August 2017 die Weichen dafür gelegt worden waren, informiert der Bau- und Verkehrsbeigeordnete Dieter Scheidemann jetzt, dass sie tatsächlich kommen soll.

Es wäre die erste echte ihrer Art. Zwar gibt es eine am Schroteradweg zwischen Europaring und Pestalozzistraße. Dort fahren aber so gut wie keine Autos.

In der Goethestraße ist das anders. Die beiden Fahrbahnen sind viel genutzt. Weil u. a. Börde- und Schroteradweg dort entlangführen, sind auch viele Radfahrer unterwegs.

Durch die Fahrradstraße werden sie mehr Rechte bekommen. Der Kfz-Verkehr wird per Zusatzschild weiter möglich sein. Die Autofahrer müssen sich aber den Radfahrern unterordnen. „Insbesondere mit Blick auf den Überholwunsch“, betont der Beigeordnete. Denn das eingangs beschriebene Nebeneinanderfahren der Radfahrer ist dann ausdrücklich erlaubt.

Mit der Ausweisung als Fahrradstraße soll einerseits der Umstieg aufs Rad in Magdeburg attraktiver gemacht werden. Auf der anderen Seite sollen so Verkehrsunfälle verhindert werden. „Die Verkehrssicherheit wird bei dem geringen in der Goethestraße zur Verfügung stehenden Raum mit einer Fahrradstraße erhöht, weil der Radfahrer Vorrecht hat“, erklärt Scheidemann. In Fahrradstraßen gilt zudem generell Tempo 30.

Die Ergebnisse des Workshops flossen in ein Bürgergutachten, das jetzt auf der Webseite der Stadt Magdeburg veröffentlicht wurde. Die Stadtverwaltung Magdeburg wird auf dessen Basis eine Vorzugsvariante erstellen, die von der Straßenverkehrsbehörde geprüft wird. Liegt die offizielle Anordnung vor, soll diese zunächst ein Jahr befristet werden. In dieser Testphase will man das Verkehrsverhalten beobachten, kündigt Scheidemann an.

Wenn die Schilder aufgestellt werden, will die Stadtverwaltung mit Öffentlichkeitsarbeit auf die Änderung aufmerksam machen. Einen konkreten Zeitplan nennt Scheidemann nicht. Beim Workshop war noch von einer Umsetzung Ende 2018 die Rede gewesen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Magdeburg begrüßt die Entscheidung zur Fahrradstraße. „Das ist ein richtiges und wichtiges Zeichen, aber nur ein Schild aufstellen wird nicht reichen“, heißt es auf Anfrage, „denn die gewünschte Wirkung wird nur eintreten, wenn man im Nachgang Raser und Drängler auch kontrolliert.“