Kirche

Magdeburger Gemeinde baut sich einen Glockenturm

Die Matthäusgemeinde baut einen Glockenturm vor ihr Gemeindehaus in Magdeburg-Stadtfeld. Die passende Glocke wird erst noch gegossen und soll erstmals am 1. Advent läuten.

Von Stefan Harter
An der Matthäusgemeinde in Magdeburg-Stadtfeld erfolgte der erste Spatenstich für den neuen Glockenturm.
An der Matthäusgemeinde in Magdeburg-Stadtfeld erfolgte der erste Spatenstich für den neuen Glockenturm. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - „Hab ich denn, Herr, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte“ – mit diesen Worten aus dem 2. Buch Mose segnete Pfarrer Reinhard Simon zum Baubeginn die Arbeiten für den neuen Glockenturm der Matthäusgemeinde in Magdeburg-Stadtfeld. Die dort hängende Glocke werde ein Zeichen für den Frieden sein, „der so wichtig auf der Welt ist“.

Ganz weltlich wurde am 24. Juni 2021 der erste Spatenstich vor dem Gemeindehaus in der Freiherr-vom-Stein-Straße symbolisch getätigt. Erst am Tag zuvor war der Bagger angerückt. „Morgen soll schon der erste Beton fließen“, kündigte Sören Wilmerstaedt, Vorsitzender des Gemeindebeirats, an.

Glocke noch ohne Namen

Zunächst wird das Fundament angelegt, auf dem die Stahlkonstruktion aus zwei U-Formen stehen soll. Diese wird dann die Glocke halten. Sie muss aber erst noch gegossen werden, wie Wilmerstaedt erklärt: „Eigentlich sollte das schon längst passiert sein.“ Nun soll die Glocke mit dem Thema Frieden im Herbst nach Magdeburg geliefert werden. Einen Namen hat sie bislang nicht. „Wir überlegen noch“, sagt Gemeindemitglied Karsten Liebner. Der Architekt hat den Entwurf für den Glockenturm angefertigt.

Eine Herausforderung wird das Aufstellen der Stahlstützen, die bereits fertig zusammengeschweißt in einem Stück per Spezialtransport im August geliefert werden sollen. Mit ihren gut 13 Metern Länge wird das in den engen Stadtfelder Straßen keinesfalls eine leichte Aufgabe, wissen alle Beteiligten.

Viele Spenden für Turmprojekt

„Wir hoffen, dass wir unsere Glocke zum 1. Advent das erste Mal läuten können“, sagt der Beiratsvorsitzende. Das wäre auch ein gutes Zeichen, da dann das Kirchenjahr offiziell beginnt.

Gut 160.000 Euro soll der Glockenturm kosten. Neben Mitteln der Gemeinde, des Kirchenkreises und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland seien auch viele Spenden dafür eingegangen. „Das zeigt, dass wir damit etwas machen, was vielen Freude bringt“, meint Sören Wilmerstaedt.

Das Gemeindehaus war zur Zeit des Nationalsozialismus ohne Kirchturm gebaut worden. Zu DDR-Zeiten gab es zwar erste Ideen für einen Glockenturm, die aber aus Mangel an Geld und Material verworfen wurden. Seit drei Jahren lief nun die konkrete Planung für die Vervollständigung des Gemeindehauses. Kommendes Jahr wird um den Turm ein Bibelgarten mit Bänken für die Öffentlichkeit angelegt, blickt Sören Wilmerstaedt voraus.