Wohnbebauung auf Ackerfläche

Magdeburger Siedlungspläne sind Ergebnis eines Domino-Effekts vom Industriegebiet Eulenberg

Das von der Magdeburgs Verwaltung angestrebte neue Industriegebiet „Eulenberg“ beeinflusst die Entwicklung: Nun soll der Weg freigemacht werden für eine Siedlung.

Von Marco Papritz
Das im Magdeburger Stadtteil Sudenburg für eine Wohnbebauung vorgesehene Areal wird derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt.
Das im Magdeburger Stadtteil Sudenburg für eine Wohnbebauung vorgesehene Areal wird derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Es ist zunächst ein Akt auf dem Papier, der aber zeigt, mit welchen Ambitionen die Entwicklung des Industriegebiets „Eulenberg“ verbunden ist. Die Stadtverwaltung will in einem Plangebiet an der Sudenburger Wuhne den Weg für eine Wohnbebauung freimachen. Dies geht aus einem Rahmenplan für das Areal hervor, das von der Eisenbahntrasse (Norden), Goethesiedlung (Süden), Diesdorfer Graseweg (Westen) und dem Gewerbegebiet, der Fichtestraße und dem Siedlungsrand des Wohngebiets Friedenshöhe begrenzt wird. Der Stadtrat soll im September über das Papier entscheiden, damit der Flächennutzungsplan der Stadt für den Bereich „Sudenburg West“ geändert werden kann.

20-Jahre-Plan

In der Beschlussvorlage wird die „Neuordnung der Wohnbauflächen“ als eines der Ziele ausgegeben, die in den kommenden 20 Jahren erreicht werden sollen. Konkret bedeutet dies, dass der Eigenheimbau ermöglicht werden soll. Denn für die Stadt bestehe „die Notwendigkeit, vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Nachfrage Wohnbauland bereitzustellen“, wie es von der Verwaltung heißt. So wurden auch schon andere Baupläne für Eigenheimgebiete wie etwa im Hopfengarten (Nr. 431-1A „Ottersleber Chaussee/Am Hopfengarten“) und Diesdorf (Nr. 367-3 „Diesdorf südlich Wendeschleife“) begründet, die eine Bebauung von landwirtschaftlich genutztem Land vorsehen. Neu ist, dass beim Sudenburger Rahmenplan das anvisierte neue 350 Hektar fassende Industriegebiet „Eulenberg“ als Grund für die Pläne genannt wird. Die Ansiedlung eines Großunternehmens, so das primäre Ziel in Ottersleben, geht mit einer Vielzahl von Arbeitsplätzen und dem Zuzug von Familien einher, wie es jüngst bei der Vorstellung des Vorentwurfs von der Stadtverwaltung hieß (wir berichteten). Ihnen soll entsprechendes Bauland zur Realisierung des Traums vom Eigenheim zur Verfügung gestellt werden – auch in Sudenburg.

Der Rahmenplan ist auf 20 Jahre angelegt. Unter anderem sieht er den Wegfall einer Garagenanlage zugunsten einer Wohnbebauung vor. Die Kaltluftleitbahn, die quer über das Gebiet verläuft und in der Klimaanalyse von Magdeburg als sogenannter stadtklimatischer Baubeschränkungsbereich gilt, soll nicht angetastet werden.