Baudenkmal

Markt, Spielen und Gastro für Hermann-Gieseler-Halle Magdeburg

Studierende der Uni Magdeburg haben sich damit beschäftigt, wie die Hermann-Gieseler-Halle genutzt werden kann. Jetzt haben sie ihre Ideen vorgestellt.

Von Martin Rieß
Gina Heike (v.l.), Yannis Kiel, Anna Jünge, Nele Pauls und Johannes-Ben Wagner präsentierten ihr Konzept für die Nutzung der Hermann-Gieseler-Halle. Nicht an der Präsentation teilnehmen konnte Paul Schneider. Die Modelle stammen von André Holstein. Betreut wurde das Semesterprojekt der Otto-von-Guericke-Universität von Jörg Bühnemann von der Agrarmarketing-Gesellschaft, der auch als Dozent tätig ist.   Auf dem Modell links sind im Inneren der Halle Linien für die mobilen Marktstände zu erkennen. Auf dem Modell für das Außengelände auf der rechten Seite ist ein Teich auf der Freifläche zu sehen.
Gina Heike (v.l.), Yannis Kiel, Anna Jünge, Nele Pauls und Johannes-Ben Wagner präsentierten ihr Konzept für die Nutzung der Hermann-Gieseler-Halle. Nicht an der Präsentation teilnehmen konnte Paul Schneider. Die Modelle stammen von André Holstein. Betreut wurde das Semesterprojekt der Otto-von-Guericke-Universität von Jörg Bühnemann von der Agrarmarketing-Gesellschaft, der auch als Dozent tätig ist. Auf dem Modell links sind im Inneren der Halle Linien für die mobilen Marktstände zu erkennen. Auf dem Modell für das Außengelände auf der rechten Seite ist ein Teich auf der Freifläche zu sehen. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Wie bisher als Sportstätte wird die Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg künftig nicht mehr gebraucht: Nebenan bekommt die Grundschule eine eigene Turnhalle, und weitere Kapazitäten schafft ein Ersatzbau am Lorenzweg. Nachdem das Geschäft mit Poco gescheitert ist, nebenan einen Möbelmarkt zu errichten und die Halle neu zu nutzen, ist sie jetzt wieder Eigentum der Stadt. Und Ideen sind gefragt.

Im Rahmen eines Semesterprojekts an der Otto-von-Guericke-Universität wurde untersucht, was an dem traditionsreichen Standort denkbar ist. Vollkommen in den Hintergrund rückt dabei die Nutzung für den Sport. Yannis Kiel erläutert: „Wir haben die Information, dass eine Nutzung mit dem Fokus auf dem Sport nicht mehr denkbar ist, da vor diesem Hintergrund Fördergelder für den Bau der neuen Halle am Lorenzweg genutzt wurden.“

Der Sport rückt in den Hintergrund

Vor diesem Hintergrund schlagen er und seine Kommilitonen vor, auch auf den Namen Hermann-Gieseler-Halle zu verzichten. Ein Namenswechsel wäre für das wertvolle Zeugnis der frühen Moderne kein Novum: Errichtet worden war das Gebäude als „Halle Land und Stadt“ in den 1920er Jahren. Der Vorschlag für die Neuausrichtung der Halle, ihrer denkmalgeschützten Stallungen und Seitenflügel, nach dem Abriss neuerer Anbauten und der Neugestaltung umfangreicher Außenflächen: „Stadtgarten – aus der Region für die Region“.

Anna Jünge erläutert, was es damit auf sich hat: „In einer Befragung von mehr als 500 Personen haben wir herausgearbeitet, was sich die Menschen in Stadtfeld für dieses Gebiet wünschen.“ Herauskristallisiert haben sich dabei die Schlagworte Leben, Lernen und Genießen.

Markt für regionale und neuartige Dinge

Zum Bereich Leben gehört dabei als Herzstück in der Halle selbst ein Bereich für Marktstände mit neuartigen und regionalen Produkten. Und zum Leben gehört auch ein Betreuungsangebot für Kinder in einem umgebauten Nebengebäude samt großzügiger Außenfläche, auf der auch Sportanlagen wie ein Minigolf-Bereich denkbar sind.

Dem Begriff Lernen sind eine Werkstatt mit Kursen, ein Lehrgarten und eine Ausstellung zur baulichen und sportlichen Geschichte der Halle zuzuordnen. Beim Genießen gehören gastronomische Angebote auf der Seite zum Westring, ein Barfußpfad und ein Gelände mit einem Baumhain und einem Teich zu den Ideen.

Finanzierung auch über den Eintritt

Spannend dürfte dabei die Frage sein, wie das alles finanziert werden soll. Zwar zweifelten kürzlich in einer Ausschusssitzung Stadträte eine jüngst von der Stadt genannte Summe von weit über 20 Millionen Euro an. Schließlich wollte der verhinderte Käufer nur fünf bis zehn Millionen Euro ausgeben. Doch die Entsiegelung betonierter Flächen, der Abbruch von Gebäuden und die Sanierung eines Baudenkmals werden trotzdem teuer. Die Projektmitglieder sehen dazu ein großes Potenzial in Fördermitteln aus verschiedenen Quellen, aber auch aus Einnahmen durch Vermietung und den Eintritt auf das Gelände.

In der Diskussion mit Stadträten und Vertretern des Vereins Bürger für Stadtfeld zeigte sich auch, dass an den Ideen weitergearbeitet werden sollte. So wiesen die Anwesenden unisono darauf hin, dass gerade der Spielbereich innerhalb des Gebäudekomplexes für Stadtfeld attraktiv sei – und dass womöglich eine Markthalle auch mangels Laufkundschaft schwer als dauerhaftes Angebot zu etablieren sein dürfte.

Und auch was ein Parkhaus auf dem Areal zwischen Hermann-Gieseler-Halle und Westring angeht, hatten die Zuhörer Zweifel. Einmal davon abgesehen, dass dieser Geländestreifen kein Eigentum der Stadt ist, seien hiermit kaum wie gewünscht Einnahmen zu erzielen. Denn selbst wenn es in Stadtfeld einen Parkdruck gibt, sind viele Menschen nicht bereit zu zahlen und weite Wege zwischen ihrer Wohnung und dem Auto in Kauf zu nehmen.