Magdeburg l Es ist früher Nachmittag an diesem schönen Tag. Manuel Hoschka steht im Vorbereitungsraum der Küche seines Restaurants „Landgasthaus Louisenthal“. „Ich habe gerade Pilze und Zwiebeln zurechtgeschnitten. Als ich zurück in die Küche kam, war plötzlich alles rabenschwarz und beißender Rauch trieb mir die Tränen in die Augen.“ Während er im Nebenraum war, hatte sich heißes Öl in einer Pfanne entzündet. Der Gastronom reagiert geistesgegenwärtig und schnappt sich einen kleinen Feuerlöscher. „Damit konnte ich auch den Brand löschen, jedoch hatten sich die Flammen bereits über die Dunstabzugshaube in den Schornstein ausgebreitet.“ Das Rohr war so heiß geworden, dass sich Dämmwolle im Dachgebälk des eingeschossigen Baus entzündet hatte.

Zum Glück sei es an dem Tag so warm gewesen und alle Gäste hätten draußen gesessen. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn unsere Gäste alle drin gesessen hätten“, erinnert sich seine Frau Nicole. Die Gäste seien alle ruhig geblieben, einige hätten sogar ihre Hilfe angeboten. „Aber das wäre viel zu gefährlich gewesen. Zum Glück war die Feuerwehr so schnell da.“ Rund zwölf Minuten hatten die Brandschützer aus Pechau, Calenberge, Randau und die Berufsfeuerwehr gebraucht. „Die haben dann sogar mit ihrer Wärmebildkamera noch Glutnester im Dach entdeckt“, zeigt sich der Restaurantbesitzer, der dieses bereits in der fünften Generation betreibt, erfreut. Alles in allem seien die Hoschkas noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. „Zwar reden wir hier von einem Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro, aber das ist mir allemal lieber, als wenn ein Mensch verletzt worden wäre“, sagt der Familienvater und blickt zum Kinderwagen neben sich. Auch die Kinder waren an dem Tag anwesend. „Bei uns arbeitet eben die ganze Familie mit“, scherzt er.

Spezialfirma im Einsatz

Nach dem Brand habe eine Spezialfirma das Louisenthal gereinigt. „Das Problem ist eben, dass das Pulver von Feuerlöschern in jede Spalte und Ritze seinen Weg findet.“ Danach habe ein Gutachter die Küche in Augenschein genommen und auch die Reparaturmaßnahmen betrachtet. „Er hat uns grünes Licht gegeben. Diese Woche Freitag werden wir wieder eröffnen“, freut sich der passionierte Jäger.

Dass er gerne jagt, sieht man auch Manuel Hoschkas Speisekarte an. So bietet er seinen Gästen vor allem Wild und Hausmannskost an. „Wir sind echt froh, das wir weitermachen können, immerhin gibt es das Louisenthal schon seit 1904. Es wäre wirklich sehr schade gewesen, wenn ein Brand das alles vernichtet hätte.“ Dass das Ehepaar am Freitag, den 13. September, eröffnet, empfinden die beiden keineswegs als schlechtes Omen. „Wir sind guter Dinge, dass der Rest der Saison für uns noch ein gutes Ende nehmen wird“, zeigt sich Nicole Hoschka überzeugt.