Magdeburg l Als im Juni 2013 die Elbe über die Ufer trat, war die Magdeburg Promenade entlang des Schleinufers einer der Schwerpunkte bei der Verteidigung der Stadt gegen die Fluten. Hunderte Helfer schichteten im Schweiße ihres Angesichts Abertausende von Sandsäcken zu Schutzwällen auf. Würde die Elbe jetzt wieder auf die damalige Rekordhöhe von 7,47 Meter anschwellen, müsste das Schleinufer als wichtige Verkehrsverbindung erneut mit operativen Mitteln geschützt werden.

Um das zu vermeiden und die dafür nötigen Kräfte im Ernstfall anderswo einsetzen zu können, plant die Stadt Magdeburg eine Großinvestiton. Für insgesamt 6,2 Millionen Euro soll zwischen Hubbrücke und Lukasklause eine Mischung aus festen und mobilen Hochwasserschutzwänden entstehen. Ein Ingenieurbüro hat dazu im Auftrag der Verwaltung verschiedene Varianten untersucht.

Denkmalschutz für historische Stadtsilhouette

Neben der Schutzfunktion spielten insbesondere auch städtebauliche und optische Aspekte eine Rolle. Außerdem steht die historische Stadtsilhouette unter Denkmalschutz, so dass es diesen bei der Planung ebenfalls zu beachten galt. Auch all jene Einrichtungen, die im Katastrophenfall mitzureden haben, wurden einbezogen. Die Umsetzung der Vorzugsvariante soll der Stadtrat nun voraussichtlich im April auf seiner Sitzung beschließen.

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Wie bei allen bisherigen Schutzmaßnahmen wie beispielsweise auf dem Werder oder in Buckau sollen auch an der Elbuferpromenade die Wände so gebaut werden, dass sie bis zu einem Pegel von 7,80 Meter an der Strombrücke standhalten. Auf der 2,2 Kilometer langen Strecke sollen so zum Beispiel 50 Zentimeter dicke Stahlbetonwände mit Natursteinverblendung errichtet werden. Diese werden entweder direkt an der Ufermauerkante als Ersatz für das bisherige Geländer oder erst hinter dem Promenadenweg angelegt.

Mobile Schutzwände einsetzen

Zwischen Strombrücke und Petriförder hingegen sollen die Voraussetzungen für den Aufbau einer mobilen Schutzwand geschaffen werden. Diese kann bei Bedarf durch Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Aluminiumpfosten und Dammbalken zügig errichtet werden. Auch am Platz am Elbbahnhof und an den Restaurants in Höhe Domfelsen wird mit dieser mobilen Lösung geplant, um die Wege freizuhalten.

Die bereits vorhandenen Grundstücksmauern im Bereich des Elbbahnhofs werden in das Konzept einbezogen. Im Bereich des Spirellis an der Strombrücke soll die vorhandene Brüstungsmauer durch eine Glasfront ersetzt werden.

Parkplatz für Katastrophenschutz vorhalten

Am Parkplatz Petriförder wird mit mobilen und stationären Schutzwänden gearbeitet. Somit kann er laut Verwaltung im Hochwasserfall auch als Sammel- und Aktionspunkt für den Katastrophenschutz genutzt werden.

Insgesamt muss eine Strecke von 400 Meter mit mobilen Wandelementen gesichert werden, was eine entsprechende Logistik (Auf-, Abbau, Lagerung) erfordert. Entsprechende Lagerflächen für die Container müssen gefunden werden, da die Kapazität im Katastrophenschutzlager in der Schwiesaustraße erschöpft ist.

Ursprünglich sollte mit Spundwänden gearbeitet werden, die bis zu vier Meter in den Boden reichen würden. Die Schutzwände können so auch an der Oberkante dem Druck der Wassermassen besser standhalten. Schließlich wurde sich aber doch für Stahlbetonfundamente entschieden, da diese ausreichend seien.

Baustart für 2021 geplant

Die Kosten (Planung und Umsetzung) sollen über Fördermittel aus dem Hochwasserschutzprogramm des Landes finanziert werden. Bis zu 80 Prozent könnten übernommen werden. Bescheide für die weitere Planung liegen vor, für den Bau selbst stehen sie aber noch aus. 2020 wird die Planung fortgesetzt, 2021 sollen die europaweite Ausschreibung und der Baubeginn erfolgen. Bis 2023 soll die Schutzanlage dann in mehreren Abschnitten umgesetzt werden.