Magdeburg l Sind mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember in der Busflotte der Magdeburger Verkehrsbetriebe Kapazitäten bei der Technik und beim Personal frei geworden? Immerhin wurden die Strecken der Linien 52 und 54 zwischen Sudenburg und Buckau durch die Straßenbahn ersetzt.

Allenfalls kann von Entspannung die Rede sein

Nein, von freien Kapazitäten könne nicht die Rede sein, erläutert MVB-Sprecher Tim Stein auf Anfrage der Magdeburger Volksstimme: „Durch die vielen Baumaßnahmen in der Stadt haben wir in den vergangenen Jahren mehr Leistung im Busbereich erbracht.“ Unter anderem wurde die Buslinie 52 wegen des Tunnelbaus in die Neue Neustadt umgeleitet, ohne dass ihre bisherige Route von Nordwest nach Neu-Olvenstedt eingespart wurde. Hier fährt jetzt die Buslinie 72. Und auch wenn durch die Tunnelbaustelle inzwischen schon wieder die Straßenbahn rollen: Wegen der Sperrung des Adelheidrings fahren Busse jetzt ungewohnte Schleifen durchs östliche Stadtfeld.

„Mit der Umstellung des Busliniennetzes im Zusammenhang mit der Eröffnung der Neubaustrecke Warschauer Straße entspannt sich dies etwas“, bewertet Tim Stein die Folgen der Einkürzung der Linien auf die Auslastung der Busflotte seines Unternehmens.

Die Folge der zusätzlichen Aufgaben für die Busse der MVB: Jedes Fahrzeug ist im Schnitt 20 000 Kilometer pro Jahr mehr gefahren, als vorgesehen. Grund, dies als Zeitpunkt zur Ausmusterung der in die Jahre gekommenen Busse zu verstehen, sind die langen Erfahrungen vieler Verkehrsunternehmen, die solche Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen. Mit einer hohen Laufleistung fallen immer öfter Reparaturen an, und in einigen Fällen ist es auch kaum noch möglich, Ersatzteile zu bekommen. Zudem ist es bei den alten Fahrzeugen oft weder wirtschaftlich noch problemlos technisch möglich, sie mit neuester Technik zur Erhöhung des Komforts für Fahrgäste und Fahrer auszustatten.

26 neue Busse mit W-Lan und Klimaanlagen

Da passt es sicher, dass noch in diesem Jahr neue Fahrzeuge in Magdeburg zum Einsatz kommen werden: „Wir erwarten in diesem Jahr die Lieferung von 26 neuen Linienbussen mit Hybridmotor. Diese sollen unsere älteren Busse ersetzen“, so Tim Stein. Und tatsächlich gibt es in den neuen Fahrzeugen einen deutlich höheren Komfort: Die Busse werden mit einer Klimaanlage für den Fahrgastraum ausgestattet, es gibt W-Lan, und die Fahrzeuge werden über USB-Steckdosen verfügen.

Dabei stehen für die erneuerte Busflotte der Verkehrsbetriebe weitere Herausforderungen bevor: „Durch weitere Baumaßnahmen, auch im Zuge des Ausbaus der zweiten Nord-Süd-Verbindung, erwarten wir in den kommenden Jahren wieder eine Zunahme der Busleistungen“, berichtet Tim Stein.

Ganz davon abgesehen: Die Wünsche vieler Menschen nach einem Mehr an Busverbindungen stehen immer wieder im Raum. So wurden allein in den Gremien des Stadtrats in den vergangenen Monaten Ideen diskutiert, die ebenfalls eine stärkere Auslastung der Busflotte bedeuten würden: So gibt es Anträge zur Verdichtung des Schienenersatzverkehrs in Stadtfeld, Wünsche nach einer Erschließung des künftigen Gewerbegebiets Eulenberg, von Elbenau oder vom nördlichen Bereich des Wissenschaftshafens.