Bauprojekt

Neubau für Magdeburger Sportverein wird eine Million Euro teurer

Die SG Handwerk in Magdeburg-Neustadt soll ein neues Vereinshaus bekommen. Die Kosten sind bereits vor Baubeginn um eine Million Euro gestiegen. Der Stadtrat soll diese nun absegnen.

Von Stefan Harter
So soll das neue Vereinsheim der SG Handwerk in Magdeburg-Neustadt aussehen.
So soll das neue Vereinsheim der SG Handwerk in Magdeburg-Neustadt aussehen. Visualisierung: Sattler + Täger

Magdeburg - Der lange Schatten von Corona erreicht auch den geplanten Neubau des Vereinshauses der SG Handwerk. Wie die Stadtverwaltung in einer aktuellen Beschlussvorlage für den Stadtrat erklärt, haben sich die Kosten dafür innerhalb eines Jahres immens gesteigert. Sollte das Funktionsgebäude für die Sportler ursprünglich für gut 1,5 Millionen Euro errichtet werden, sind es neuesten Angaben zufolge nun über 2,5 Millionen Euro, also eine Kostensteigerung von circa einer Million Euro.

Das beauftragte Planungsbüro führt diverse Gründe an, die dazu geführt haben. So hätten sich die Materialpreise stark erhöht, ebenso wie der Ölpreis. Die Lohnkosten seien ebenfalls gestiegen aufgrund des Fachkräftemangels. „Die überhitzte Marktsituation führt zu hohen Zuschlägen für Wagnis und Gewinn“, heißt es weiter in dem Papier. Zudem würden sich nur wenige Bieter an den öffentlichen Ausschreibungsverfahren beteiligen.

Einsparungen nicht möglich

Diese Begründung decke sich auch mit den Erfahrungen des Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement, der gleichfalls große Kostensteigerungen bei Bauprojekten beobachten musste.

Weitere Einsparungen im Rahmen des Bauvorhabens seien nach Angaben der Verwaltung nicht mehr möglich, da sich schon jetzt das geplante Gebäude gerade auf das Nötigste beschränkt, was solch ein Vereinshaus braucht. „Einsparpotenziale sind bereits erschöpft“, heißt es in der Beschlussvorlage. Weitere Einschränkungen, die die Kosten reduzieren würden, bedeuteten auch den Verlust wesentlicher Funktionen für den Vereinssport. Und die soll es nicht geben.

Keine weiteren Fördermittel

Der Stadtrat soll nun den finanziellen Nachschlag in Millionenhöhe bewilligen. Während die ursprünglich veranschlagten Baukosten über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden können, gibt es für die zusätzliche Summe keinen Zuschuss. Sie muss somit aus dem städtischen Haushalt kommen, der durch die Folgen der Corona-Pandemie voraussichtlich mit einem 30-Millionen-Euro-Defizit aufgestellt wird. Der Stadtratsbeschluss soll im September gefasst werden.

Geplant ist ein eingeschossiger, barrierefreier Neubau, der über mehrere Umkleiden für Spieler und Schiedsrichter, Vereinsräume und Sanitäranlagen verfügen soll.