Magdeburg l Das Grundstück in der Julius-Bremer-Straße 3 in Magdeburg gehört seit dem 5. November 2019 der Synagogen-Gemeinde in Magdeburg. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Wadim Laiter, besiegelten per Handschlag und Unterschrift die Vertragsurkunde zur Übertragung des Grundstückes. Darauf will die Gemeinde eine neue Synagoge errichten lassen.

Der Magdeburger Stadtrat hatte bereits Mitte September beschlossen, dass die Synagogen-Gemeinde das Grundstück als Schenkung erhält. Bei den Novemberprogromen 1938 war die Synagoge zerstört und 1939 gesprengt worden.

Seit 20 Jahren soll Synagoge gebaut werden

Seit mittlerweile über 20 Jahren gibt es den Plan, ein neues Gotteshaus zu errichten. 2014 hatte die Synagogen-Gemeinde schließlich einen Bauantrag gestellt. Fünf Jahre später sind weitgehend alle Vorbereitungen abgeschlossen. Ein weiterer großer Schritt war die Übertragung des Grundstückes an die Synagegengemeinde.

„Die Schenkung und der Tag heute ist für uns ein wichtiges politisches Signal“, sagte Wadim Laiter von der Synagogen-Gemeinde. Ähnlich äußerte sich auch Trümper: „Dieser Tag ist wichtig für die Stadt. Wichtig für die jüdische Gemeinde und wichtig für Sachsen-Anhalt“. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich auch erfreut: „Im Zentrum Magdeburgs entsteht eine neue Synagoge. Das ist ein klares Bekenntnis. Wer ein Haus baut, will bleiben. Deshalb ist dieser Tag ein bedeutender Tag, ein Tag der Zuversicht und der Hoffnung für viele Menschen.“

Synagogen-Bau kostet 2,92 Millionen Euro

Die geschätzten Baukosten liegen nach Planungsänderungen bei rund 2,92 Millionen Euro. Das Land Sachsen-Anhalt wird den Bau mit 2,8 Millionen Euro unterstützen. Der Rest wird durch den Förderverein „Neue Synagoge Magdeburg e.V.“ sowie Eigenmittel und Spenden finanziert.

Sobald die Gemeinde die Baugenehmigung erhält, kann der Bau der neuen Synagoge beginnen. „So ein Bau wird sicherlich ein paar Jahre dauern“, erklärte Trümper. 2022 rechnet der Oberbürgermeister mit der Fertigstellung. Mit diesem Vertrag setze Magdeburg ein klares Zeichen, hieß es weiter. Im Zuge dessen riefen Haseloff und Trümper jeweils dazu auf, Akzeptanz und Toleranz zu zeigen. Denn: „Wir sind glücklich, dass es jüdisches Leben in Deutschland gibt“, so Ministerpräsident Haseloff.