Magdeburg l Nicht lange leerstehen soll die Voliere, in der bis Mittwoch übergangsweise fünf Sperbergeier im Magdeburger Zoo einquartiert waren. Wie Zoodirektor Kai Perret berichtete, sollen hier Gaukler eine neue Heimat finden. Er sagte der Volksstimme: „Bei diesen Greifvögeln handelt es sich um außerordentliche, auffällig gezeichnete Tiere, die in weiten Teilen Afrikas inzwischen selten geworden sind.“

Wie bei den Geiern geht es damit bei den zu den Schlangenadlern gehörenden Vögeln auch darum, den Tieren die Möglichkeit zum Brüten und zur Aufzucht der Jungvögel zu geben, um in zoologischen Einrichtungen eine ausreichende Anzahl von Tieren zum Art­erhalt vorzuhalten. In freier Wildbahn sollen die Gaukler noch recht häufig im Naturschutzgebiet Masai Mara in Kenia vorkommen.

Gefieder wirkt wie eine Kappe

Die Vogelart fällt nicht zuletzt wegen ihrer Kopfbefiederung, die wie eine Kappe wirken kann, und wegen des gelben Schnabels auf. Kai Perret sagt: „Es handelt sich ohne Zweifel um wunderschöne Tiere.“ Die Gaukler werden bis zu 70 Zentimeter lang und haben eine Spannweite von bis zu 190 Zentimetern.

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Die neuen Gaukler für Magdeburg sollen übrigens aus einer belgischen Privatzucht kommen. In Zoos würde diese Vogelart bislang recht selten gehalten, berichtet der Magdeburger Zoodirektor.

Das passt ins Konzept

Die neue Art würde mit der Voliere zwischen den beiden Africambo-Bereichen im Zoo gut ins Konzept passen: Die Einrichtung hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr den Tierarten Afrikas verschrieben. Für neue Arten wurden dafür andere an geeignete Einrichtungen abgegeben.

Eine wichtige Fragestellung für die modernen Zoos nimmt die artgerechte Haltung der Tiere ein. Die Folge: Die Tiere haben heute wesentlich mehr Raum als in den Zoos der alten Schule. Und wo für bestimmte Tierarten keine geeigneten Gehege eingerichtet werden konnten, wurde die Haltung eingestellt. In Magdeburg sind dafür die Flusspferde ein Beispiel, die zwar gut in das Afrika-Programm der Einrichtung im Norden der Stadt gepasst hätten – für die das Becken im früheren Dickhäuterhaus aber längst nicht mehr den Erkenntnissen der Zootierhaltung entsprach und für die unverhältnismäßig viel Geld hätte investiert werden müssen.

Erst eingewöhnen

Was die Gaukler angeht, ist das erste Tier laut Zoosprecherin Regina Jembere in Magdeburg bereits eingetroffen. Allerdings wird es den Besuchern noch nicht gezeigt. Entscheidend für das Wohlergehen der Tiere ist nicht zuletzt, dass sie genügend Zeit haben, sich an die neue Umgebung, gegebenenfalls auch an die Tierpfleger in einer neuen Einrichtung zu gewöhnen.

Weitere Informationen zum Zoo Magdeburg mit seinen Tieren und Veranstaltungen gibt es hier.