Magdeburg l Dies ist das Ergebnis eines Krisengesprächs von Akteuren der Stadtrangliste mit Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sowie der Neuaufstellung des Organisationsteams der Magdeburger Laufkultur (MLK) 08. „Wir haben ein gutes Gefühl, was die Zukunft des Laufes angeht“, sagt Heiko Björn von der MLK, der mit seiner Frau Sabine der hauptverantwortliche Organisator des EBLs ist.

Zu viel Bürokratie

Sie hatten den Lauf, der mit knapp 2000 Teilnehmern nach dem Magdeburg-Marathon (5000) der zweitgrößte Volkslauf der Landeshauptstadt ist, für das kommende Jahr aufgrund vielfältiger Probleme im September abgesagt. U. a. erschweren seit Jahren die vielen Bauarbeiten in der Stadt die Planungen für den Streckenverlauf und die bürokratischen Anforderungen der Verwaltung an ehrenamtlichen Laufmacher wie der Forderung nach einem umfangreichen Finanzierungs- und Sicherheitskonzept sowie Auflagen zur Nutzung von Sportstätten werden immer größer. Auf der anderen Seite hingegen wurde die Unterstützung immer kleiner. „Dabei geht es nicht um finanzielle Aspekte, sondern um eine Art Wertschätzung der Stadt, dass wir Ehrenamtler Tausende Teilnehmer Jahr für Jahr in Bewegung bringen und um Helfer, die sich aktiv bei der Gestaltung mit einbringen“, sagt Heiko Björn.

Dies solle sich künftig ändern, wie es im Nachgang des Austauschs mit OB Trümper hieß, so Ralf Zander von der Magdeburger Stadtrangliste, der stadtweiten Liga für Freizeitläufer. U. a. ist vorgesehen, in der Stadtverwaltung einen Ansprechpartner zu benennen, der sich der Anliegen der Lauforganisatoren annimmt sowie den Verwaltungsaufwand in einem „erträglichen Maß“ festzulegen.

Auf 2020 kommt es an

Die Aufgaben bei der Organisation des Elbe-Brücken-Laufs, der 2003 von Studentinnen des Studiengangs „Cultural Engineering“ als Projekt zur Belebung der Stadt ins Leben gerufen wurde und seit 2008 von der MLK auf die Beine gestellt wird, verteilen sich nun auf mehreren Schultern. Nach der Ankündigung, dass der Lauf im nächsten Jahr nicht gestartet wird und er womöglich vor einem endgültigen Aus steht, gab es eine Welle der Solidarität und eine Vielzahl von Hilfsangeboten. So werden sich Marco Mehnert, Claudia Haida, Annett Krufke (Domgymnasium) und Mathias Luther (hat als IT-Experte die Internetseite bereits auf Vordermann gebracht) bei der Organisation der 18. Auflage aktiv mit einbringen. Der Elbe-Brücken-Lauf sei eine Institution, so Claudia Haida. „Es ist sehr schade, dass gerade dieser für Magdeburg attraktive Lauf nun nicht mehr stattfinden sollte“, sagt sie zu ihrer Motivation. „Wir möchten als neues Organisationsteam zusammenwachsen und den Lauf mit neuen Ideen beleben. Das nächste Jahr wird zeigen, wie es weitergeht“, sagt Heiko Björn. Gern auch mit weiteren Mitstreitern, die der MLK beitreten.

Beim 44. Silvesterlauf am 31. Dezember 2019 auf dem Sportgelände der Seilerwiesen soll gezielt für eine Mitarbeit „bei einer Großveranstaltung mit begeisternden Teilnehmern“ geworben werden. Der 18. EBL wird am 10. Mai 2020 im Stadtpark gestartet. Dann jedoch ohne die Halbmarathondistanz, „da der Halbmarathon in diesem Jahr schon wegen der Baustellensituation den Namen ‚Elbe-Brücken-Lauf‘ nicht gerecht werden konnte“, so Björn. Und auch ohne Petra Schultz. Sie hat den Verein verlassen.

Anmeldungen für den Silvesterlauf sind im Internet bereits möglich: www.magdeburger-laufkultur.de