Magdeburg l Es war nur eine kurze Mitteilung, die die Magdeburger Verkehrsbetriebe MVB am Freitagmorgen auf die Reise schickten. Aber sie hat große Wirkung. Denn ab übernächsten Montag dürfen auch Sechsjährige gratis Bus und Bahn in Magdeburg nutzen, wenn sie mit ihrer Kita im Gruppenverband Ausflüge unternehmen.

Bisher Fahrscheinpflicht

Bisher war genau diese Altersgruppe im Dickicht des Tarifdschungels hängen geblieben. Denn die Beförderungsbedingungen der Magdeburger Verkehrsbetriebe und des Verkehrsverbundes Marego hatten Sechsjährige zu Fahrgästen mit Fahrscheinpflicht erklärt. Genau das aber führte bei Ausflügen von Kita-Gruppen regelmäßig zu erhöhtem Aufwand und einer gewissen Unübersichtlichkeit.

Denn vor jedem Ausflug hatten die Erzieher zu klären, welche Kinder bereits sechs Jahre alt sind. Für sie mussten dann über die Eltern Fahrscheine für die Ausflüge organisiert werden.

Komplizierte Praxis

Dagegen stand wiederum die praktische Situation bei Fahrscheinkontrollen: Denn kaum eine Erzieherin konnte dort den Kontrolleuren nachweisen, wie alt jedes Kind der Gruppe ist.

Im Stadtrat war das Problem 2016 schnell erkannt und in Richtung MVB verbannt gewesen. Der Haken: Seit der Gründung des Verkehrsverbundes Marego (Magdeburg und Umlandkreise) sind die MVB nicht mehr Herr der Tarife.

Regelung nur im Verbund

Veränderungen müssen stets mit den anderen Marego-Teilnehmern gemeinsam geregelt werden. Folglich verschob sich die Neuregelung im Sommer 2016 auf unbestimmte Zeit.

Nun teilten die Magdeburger Verkehrsbetriebe mit: Bei gemeinsamen Gruppenausflügen von Kindertagesstätten können ab dem 13. Februar alle Kinder kostenlos im Verkehrsverbund Marego unterwegs sein.

MVB-Sprecher Tim Stein: „Demnach fahren alle Kinder im Rahmen eines Ausfluges der Kindertagesstätte, unabhängig von ihrem Alter, bis zum Schul-eintritt kostenlos Bus, Bahn und Zug im Marego-Verbund.“ Marego folge damit einer Empfehlung aus Magdeburg.

Weniger Aufwand für Erzieher

Kita-Leiterin Maria Brusinski („Bertis Biberburg“ 70 Kinder, „Zackmünder Knirpse“ 63 Kinder) zeigte sich erleichtert: „Nun gelten für alle Kinder dieselben Regeln. Und wir Erzieher müssen bei Kontrollen nichts mehr befürchten.“ Maria Brusinski war vor rund einem Jahr eine derjenigen, die die alte Regelung kritisiert und damit die Diskussion angeschoben hatten. Nach rund einem Jahr ist nun alles geregelt im Sinne von Eltern, Kindern und Erziehern.

Allein in den beiden Einrichtungen von Maria Brusinski sind die Kinder durchschnittlich alle zwei Wochen auf Achse, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Feuerwehr, Gewächshäuser, Puppentheater oder andere kinderfreundliche Einrichtungen der Stadt zu besuchen.