Magdeburg l Noch während die Blitzeraktion des Ordnungsamtes am Freitag vergangener Woche vor der Ernst-Reuter-Allee lief, meldeten sich die ersten Leser bei der Volksstimme. Auch am Tag danach erreichten zahlreiche Leserbriefe die Redaktion. Viele fragten nach der Sinnhaftigkeit der Blitzeraktion mitten im Berufsverkehr. Die Volksstimme hat die Fragen an das Ordnungsamt weitergeleitet und die Antworten dokumentiert:

Seit wann ist an der Ernst-Reuter-Allee Tempo 30?

Die Geschwindigkeitsreduzierung auf „30“ in dem betreffenden Bereich wurde in diesem Jahr, 2. November, eingerichtet und gilt bis zum 30. Dezember.

Warum wurde die Geschwindigkeit reduziert?

Es überqueren während des Weihnachtsmarktes deutlich mehr Fußgänger in Höhe der Hartstraße die Ernst-Reuter-Allee aus bzw. in Richtung Allee-Center und Eislaufbahn als sonst. Im Jahr 2013 war die Ernst-Reuter-Allee in Höhe der Hartstraße ein Unfallschwerpunkt in der Stadt.

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Warum wurde die Öffentlichkeit nicht informiert?

Jährliche Geschwindigkeitsreduzierungen auf 30 Stundenkilometer während des Weihnachtsmarktes gibt es seit 2009. Nicht über jede Anordnung von Verkehrszeichen wird öffentlich informiert, denn jeder Verkehrsteilnehmer hat die Pflicht, Verkehrszeichen zu beachten.

Wie viele wurden geblitzt?

Am vergangenen Freitag wurde vom Ordnungsamt zwischen 6.30 und 13.30 Uhr die Geschwindigkeit kontrolliert. 1532 Kraftfahrer waren zu schnell, 128 müssen mit einem Bußgeld (ab 21 km/h Überschreitung) rechnen. Der schnellste Pkw-Fahrer fuhr in Höhe des Allee-Centers mit einer Geschwindigkeit von 91 Stundenkilometern. Verwarngelder gehen an die Stadt. Von Bußgeldbeträgen erhält das Land anteilig 50 Prozent.

Wie wird auf Tempo 30 hingewiesen?

Die Ausschilderung für Kraftfahrer, die aus dem Breiten Weg kommen, ist umgesetzt. Die dort vorhandene Festbeschilderung „50“ wurde aufgehoben, ein „30“-Schild ergänzt. Wer nach rechts in Richtung Strombrücke abbiegt, hat ein weiteres „30“-Schild auf der rechten Seite.

Um was für einen Blitzer handelte es sich?

Das Ordnungsamt verwendet das Geschwindigkeitsmessgerät „PoliScan M1 HP“ der Firma Vitronic. Das Messsystem vereint die digitale Geschwindigkeitsmessung auf Basis einer Laserpuls-Laufzeitmessung und die Dokumentation des Verkehrsverstoßes mit Hilfe eines hochauflösenden Doppeldigitalkamerasystems. Die Messsensorik erlaubt eine mehrspurige Fahrbahnüberwachung.

Warum gibt es in Wohngebieten nicht solche Tempo-30-Bereiche?

Eine klassische „Tempo-30-Zone“ (z. B. in Wohngebieten) muss u. a. verschiedene Voraussetzungen erfüllen und hat eine andere Beschilderung. Die Ernst-Reuter-Allee in Höhe des Allee-Centers ist keine Tempo-30-Zone, sondern eine Straße, in der die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einem Abschnitt auf 30 km/h reduziert ist.