Magdeburg l In Magdeburg gibt es sechs neue Corona-Infektionsfälle. Dies teilte das Sozialministerium am Freitag mit. Damit stieg die Zahl der Infizierten auf 304 (Stand 7. August 2020, 10.27 Uhr).

Gesundheitsamtsleiter Dr. Eike Hennig berichtete, dass es sich bei fünf Fällen um Reise-Rückkehrer handelt. Ein weiterer Fall betrifft eine Patientin aus dem städtischen Klinikum. Eine 19 Jahre alte Frau war aus Malta nach Magdeburg zurückgekehrt und positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein 28-Jähriger kam aus Frankreich zurück und ist ebenfalls positiv. Auch eine 14-Jährige, die aus dem Kosovo kam, hatte einen positiven Befund.

Österreich-Urlauber infiziert

Zudem wurde ein Magdeburger Ehepaar positiv getestet. Dieses habe sich nachweislich im Österreich-Urlaub angesteckt, teilte Hennig mit. Der Amtsarzt sagte dazu: "Es sind zum Glück Einzelfälle, die keinen Zusammenhang haben, es gibt also keinen Hotspot." Trotzdem sei es bedenklich, dass es so viele Fälle aus unterschiedlichen Ländern sind.

Die Testpflicht für Reise-Rückkehrer hält Hennig für fachlich richtig. "Man muss da konsequent sein, wie wir sehen, kann man sich überall anstecken", so der Amtsarzt. Die Frage sei nur, ob es für die Ämter zu schaffen sei. "Magdeburg hat ein großes Gesundheitsamt, wir haben genug Personal, ich mache mir aber Sorgen um die kleineren Ämter, die eventuell nur einen Arzt haben."

Einen Vorgeschmack auf den künftigen Arbeitsaufwand hat Hennig bereits am Freitag erhalten. "Den ganzen Tag haben hier schon Leute angerufen und wollten wissen wie sie sich verhalten sollen." Dabei seien auch Leute gewesen, die aus Indien zurück kommen. "Ich gehe davon aus, dass es ab Montag turbulent wird", so Hennig.

Sorge macht ihm vor allem der erhöhte Verwaltungsaufwand. So müssen von Reisenden teilweise sogenannte "Aussteigerkarten" ausgefüllt werden. Diese werden dem Gesundheitsamt übergeben, wo die Rückkehrer deutschen Boden betreten haben. Dort werden die Aussteigerkarten sortiert und an das zuständige Gesundheitsamt am Heimatort der Reisenden gesendet.    

In Magdeburg ist die Fieberambulenz auch am Wochenende geöffnet. Auch im Labor wird am Wochenende gearbeitet und die Proben analysiert. Lediglich die Hotline des Gesundheitsamtes ist erst wieder am Montag ab 8 Uhr erreichbar.