Magdeburg l Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Magdeburg am Donnerstag weiter angestiegen. 15 neue Fälle wurden registriert. Neun Frauen und sechs Männer im Alter zwischen 9 und 64 Jahren hätten sich neu infiziert. Laut Amtsarzt Eike Hennig liege der aktuelle 7-Tage-Inzidenzwert für Magdeburg bei 36,62 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Damit ist die kritische Marke von 30 Fällen pro 100.000 Einwohner überschritten. Das Sozialministerium meldete am Donnerstag noch einen Wert von 34,1. Die Diskrepanz liege in der Meldeverzögerung, sagte Hennig auf Nachfrage.

Die Tendenz sei steigend. „Wir werden höhere Inzidenzzahlen in den nächsten Tagen verzeichnen“, so der Amtsarzt. Nach wie vor seien Reiserückkehrer beziehungsweise Kontakte zu Reiserückkehrern betroffen. Zunehmend werden allerdings auch Infektionen in privaten Haushalten sowie am Arbeitsplatz registriert. Hotspots gebe es nicht, die Fälle seien über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Gesundheitsamt erhöht Zahl der Mitarbeiter

Nicht in allen Fällen könne „aus verschiedensten Gründen“ die Infektionskette bis zum Ende nachvollzogen werden. Das Gesundheitsamt reagiert darauf, in dem die Zahl der Mitarbeiter, die mit der Nachverfolgung beschäftigt ist, von derzeit 12 auf 20 erhöht wird. Dazu werden Mitarbeiter der Verwaltung aus anderen Bereichen hinzugezogen.

Zudem setze die Stadt jetzt bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen Prioritäten. In Gemeinschaftsunterkünften, Kitas, Schulen und Altenheimen werde unverzüglich gehandelt. Hennig sagte, dass aktuell jeweils ein Fall in drei Altenheimen der Stadt bekannt geworden ist. Ein Praktikant sowie zwei Bewohner seien positiv getestet worden, allen gehe es gut. Hier würden nun Bewohner sowie Personal getestet. „Wir werden es uns nicht leisten, auch nur eine Stunde zu verlieren“, so Hennig.

Angesichts der gestiegenen Zahlen und dem Überschreiten des Inzidenzwertes soll es zunächst aber noch keine Verschärfungen der Corona-Regeln in Magdeburg geben. OB Trümper sprach sich dagegen aus, jetzt eine Allgemeinverfügung für die Landeshauptstadt zu erlassen. In Absprache mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wolle er zunächst die kommende Landesverordnung abwarten, die das Kabinett am Dienstag beschließen will. Das sei sinnvoller, als „alle zwei Tage“ neue Regeln zu erlassen, sagte er. Dennoch werde man in Magdeburg die Entwicklung der Fallzahlen in den nächsten Tagen genau beobachten und gegebenenfalls reagieren.

Keine Maskenpflicht in der City

Eine Maskenpflicht in der Innenstadt, wie sie Halles OB verhängt hat, schlossen Trümper und Hennig vorerst aus. „Eine Ansteckungsgefahr auf dem Breiten Weg ist fast auszuschließen“. Zudem gelte, was ohnehin schon gilt: Kann der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden, gilt Maskenpflicht. Dazu bedürfe es keiner weiteren Regelung, so Trümper. Was ein Bußgeld für „Maskenmuffel“ anbelangt, so halte es Trümper wie Haseloff. „Mit ständiger Gängelei bringen wir die Leute nicht hinter uns“, so Trümper.

Auch einer Sperrstunde, wie beispielsweise in Berlin verhängt, erteilte Trümper eine Abfuhr. „Im Moment haben wir keinerlei Hinweise, dass von irgendeiner Gaststätte eine Infektionskette ausging.“ Verfügungen müssten auch immer belegt werden können. Und das sei derzeit nicht der Fall. Gleiches gelte für Veranstaltungen im Sport- wie im Kulturbereich.

Trümper sprach sich dafür aus, die Empfehlungen der Bund-Länder-Runde aus der vergangenen Woche in die Landesverordnung aufzunehmen. Das hieße unter anderem bei Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen wie Gaststätten je nach Infektionslage geringere Teilnehmerzahlen.