Magdeburg l Die Polizei Magdeburg hat drei Tatverdächtige nach einer Diskoschlägerei vor mehr als einer Woche ermittelt. Dabei handelt es sich um einen 21-jährigen Syrer, einen 27-jährigen Algerier und einen 26-jährigen Türken. Zwei weitere Personen sind noch auf der Flucht. Die Beschuldigten schweigen. Die drei Tatverdächtigen leben schon seit mehreren Jahren in Deutschland. Der 21-jährige Syrer wurde bereits kurz nach der Tat festgenommen.

Was war passiert? Vor mehr als einer Woche war es vor der Diskothek „Epic“ am Breiten Weg zu einer Prügelei gekommen. Eine Gruppe Polizisten der Bereitschaftspolizei hatte nach Dienstschluss in der Diskothek gefeiert. Einer der Polizisten war mit dem tatverdächtigen 26-jährigen Türken aneinandergeraten. Der 26-Jährige soll zuvor auf der Tanzfläche angerempelt worden sein. Laut übereinstimmenden Zeugenaussagen soll er nach einem Wortgefecht zuerst zugeschlagen haben.

Gruppe wartete bewaffnet vor Diskothek

Der Mann wurde daraufhin des Ladens verwiesen. Gemeinsam mit Bekannten soll er vor der Diskothek mit Tischbeinen und Flaschen bewaffnet auf die Gruppe Polizisten gewartet haben. Bei der Schlägerei wurden mehrere Personen auf beiden Seiten verletzt. Ein Polizist wurde mit Schnittverletzungen an der Hand ins Krankenhaus eingeliefert. Andere erlitten Kopfplatzwunden, Schwellungen und Abwehrverletzungen an der Hand. Die Ermittlungen dauern noch immer an. Es wurden mehrere Anzeigen von unterschiedlichen Personen gestellt. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund für die Auseinandersetzung in der Diskothek schließen die Ermittler nach derzeitigem Erkenntnisstand und nach Befragung Dritter aus.

Interne Ermittlungen

Obwohl die Gewalt bei der Prügelei nicht von den Polizisten ausging, sorgt der Fall polizeiintern derzeit für großen Wirbel. Denn die Disko-Prügelei hat noch eine zweite, strafrechtlich relevante Ebene. Denn auf der Facebook-Seite des Magdeburger Kampfsportlers Hendrik O. waren Aufnahmen eines internen Polizeiberichts aufgetaucht. Im Gegensatz zu anderen zum Teil frei erfundenen angeblichen Polizeiinterna der Vergangenheit gelten diese Aufnahmen als authentisch. Bei der Polizei wird nun intern wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt. Denn Polizeibeamte sind als Staatsdiener in besonderem Maße verpflichtet, die Gesetze zu befolgen. Der undichten Stelle drohen äußerst empfindliche Strafen – bis zum Entzug des Beamtenstatus.

Erst Anfang November hatten Hassangriffe auf Politikerbüros in Magdeburg bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Besonders aggressiv hatte sich damals Hendrik O. geäußert, der über seine Facebook-Seite dem grünen Landtagsabgeordneten Sören Herbst drohte. Facebook ließ daraufhin die private Seite von Hendrik O. für 30 Tage sperren.

Auch Beamte des Landeskriminalamtes besuchten den Kampfsportler zu Hause und hielten eine sogenannte Gefährderansprache. Diese kommt immer dann zum Einsatz, wenn Ermittler befürchten, dass eine Person eine Straftat begehen könnte.