Eigeninitiative

Pop-up-Feste sollen in Magdeburg Motivation für weitere Aktionen von Bewohnern sein

Der Anfang ist gemacht – den beiden Wochenenden mit Aktionen auf dem Magdeburger Ambrosiusplatz sollen weitere Angebote folgen. Dies ist das Fazit der Pop-up-Tage.

Von Marco Papritz
Marie und  Ole Schmidt ließen auf dem Ambrosiusplatz Seifenblasen in die Luft steigen.
Marie und Ole Schmidt ließen auf dem Ambrosiusplatz Seifenblasen in die Luft steigen. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Es war ein ungewöhnliches Bild, das sich am Wochenende auf dem Ambrosiusplatz zeigte: Ausgelassen wird Pingpong gespielt, Besucher tauschen Tipps zur Pflege ihrer Pflanzen aus, ein Student kommt mit einer Rentnerin beim Kaffeetrinken auf einer Bank ins Gespräch. Nach Monaten der Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen zum Organisieren und Besuchen von Veranstaltungen waren die Aktionen, die unter dem Titel „39112-Pop-up“ angeboten wurden, „eine willkommene Gelegenheit, rauszugehen und seine Zeit zu verbringen“, wie einer der Besucher sagte. Dies war ganz im Sinne von Franziska Dusch. Auf Initiative der Anwohnerin und mit Unterstützung des Kulturbüros der Landeshauptstadt ploppten an den beiden vergangenen Wochenenden jeweils an einem Nachmittag Spontanaktionen wie Pflanzentausch, Probiermarkt mit Kreationen aus der heimischen Küche von privat für privat, Graffiti-Workshop und urbaner Sport wie Boule auf. Ein Versuch zur Belebung von Sudenburg, der laut Franziska Dusch gelungen ist. „Besucher haben sich aktiv an den Angeboten beteiligt und beispielsweise über den Tag verteilt Pflanzen bei der Tauschbörse ausgetauscht – außerdem waren verschiedene Zielgruppen und Generationen vor Ort“, so die Initiatorin der Aktionstage.

Freude über Gespräche

Außerdem hat 39112-Pop-up gezeigt, dass auch in der Pandemie nun bei einer positiven Inzidenz-Entwicklung Veranstaltungen im kleinen Rahmen möglich sind und dankbar angenommen werden. „Es tut richtig gut, sich mal wieder mit anderen auszutauschen – viele, mit denen ich gesprochen habe, kannte ich vorher gar nicht“, so eine Sudenburgerin, die nach eigenen Angaben „schon mehrere Jahrzehnte hier zu Hause“ ist und während der Pandemie besonders unter den „fehlenden sozialen Kontakten gelitten hat“.

Die 39112-Pop-up-Aktionen sollen andere animieren, auch etwas auf die Beine zu stellen, um den Stadtteil zu beleben. Darauf hofft Franziska Dusch: „Die Angebote der Pop-up-Tage waren an meine persönlichen Interessen wie urbane Kunst und urbanes Grün angelehnt. Es ist aber sicherlich noch viel mehr möglich.“ Sie wolle auch wieder aktiv werden, fest stehe bislang aber nur, dass der Pop-up-Bistro-Tag im kommenden Jahr wiederholt werden soll. Bei der Premiere am 10. Juli haben sich Bewohner mit sieben Ständen im Bereich der Ambrosiuskirche an einem Aufruf beteiligt, eigene kulinarische Kreationen vorzubereiten und anzubieten. „Im Vorfeld war klar, dass viele erst einmal schauen werden, was sich dahinter verbirgt und wie das funktioniert. Einige Besucher kündigten aber schon an, dass sie beim nächsten Mal auf jeden Fall mitmachen würden“, sagt Franziska Dusch.

Enzis für Sudenburg

Übrigens: Zur Belebung des Stadtteils würden Enzis beitragen. Die markanten Sitzgelegenheiten, seit 2002 im Wiener Museumsquartier aufgestellt, wurden in den vergangenen Wochen in der Neuen Neustadt (Platz vor dem Gesundheitsamt) integriert und sind gegenwärtig in der Innenstadt etwa am Rathaus zu finden. „Auch Sudenburg hat öffentliche Bereiche, wo sie sich prima machen würden, um den Bedarf an Sitzgelegenheiten zu decken“, so die Einschätzung von Franziska Dusch, die von Teilnehmern der jüngsten Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Sudenburg geteilt wurde.

Für Nachfragen und einen Austausch kann Franziska Dusch per E-Mail an post@franziskadusch.com kontaktiert werden.