Magdeburg l „Sie befinden sich im Quarantänegebiet des Asiatischen Laubholzbockkäfers!“ So steht es nun im Herrenkrug in Magdeburg. Hier wurde eine erste Informations- bzw. Warntafel aufgestellt. Die Verantwortlichen hoffen auf eine Eindämmung eines Schädlings, der sich seit Jahren in Magdeburg und Umgebung ausbreitet.

Bereits seit 2014 kümmert sich die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LAG) um die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers, sein Kürzel unter Fachleuten „ALB“. Vor allem im Norden von Magdeburg und in Teilen des Jerichower Landes macht sich der Schädling breit. Mit fatalen Folgen für die Umwelt, denn dort, wo so ein Tierchen gefunden wird, da muss radikal gehandelt werden.

Befallene Bäume werden gefällt

„Wenn wir einen befallenen Baum finden, dann wird im Umkreis von 100  Metern alles gefällt“, so Holger Platz von der Magdeburger Stadtverwaltung. Natürlich erfolge das in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. „Wir müssen uns bewusst machen, dass gerade die Bäume im Herrenkrug sehr alt und dementsprechend wertvoll sind“, so Platz weiter.

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Die Fällung von Bäumen in Magdeburg sei sowieso ein sensibles Thema. Durch umfassende Informationen zum Schädlingsbefall hoffe man auf Verständnis aus der Bevölkerung.

Befallener Baum am Neustädter See

Der letzte Fund des ALB liegt noch gar nicht so lange zurück. „Im Januar wurde ein ALB-befallener Baum am Neustädter See gefunden“, erklärt Dr. Hans-Ulrich von Wulffen. Er ist beim LAG Abteilungsleiter beim Zentrum für Acker- und Pflanzenbau. „Wichtig ist für uns vor allem die Öffentlichkeitsarbeit als Schutzmaßnahme.“

Mit dem Aufstellen der Infotafeln mache man dabei einen wichtigen Schritt, denn darauf steht, wie man sich im Falle eines Baumbefalls verhalten sollte. „Wichtig ist, dass die Passanten kein Geäst und Holz aus dem definierten Quarantänegebiet mitnehmen“, so von Wulffen. Damit verhindere man, dass der Schädling in nicht befallene Gebiete vordringe.

Herrenkrug nicht von Schädling betroffen

„Derzeit ist der Herrenkrug nicht von einem Befall betroffen“, ergänzt Platz. Jedoch habe man nördlich im Wiesenpark einen Fund gemacht und entsprechend gehandelt. Außerdem gebe es Funde im Bereich des Industriehafens und in Rothensee. Ziel ist, das rund 61 Quadratkilometer große Quarantänegebiet befallfrei zu bekommen.

„Wir reden hier von einem Zeitraum von vier Jahren“, so von Wulffen. So lange bleiben auch die Infotafeln, die erste steht an der Fußgängerbrücke zwischen Rothensee und dem Herrenkrug.

Schweiz bekämpft Schädling

Man habe bereits mit Kollegen in der Schweiz kommuniziert, dort habe man es geschafft, den Käfer erfolgreich zu bekämpfen. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der chemischen Bekämpfung, so zum Beispiel in New York praktiziert, jedoch ist das Pestizid in Europa nicht zugelassen. Ob diese Chemikalie überhaupt einmal zugelassen wird, ist nicht klar. Deswegen will man in Magdeburg und dem Jerichower Land weiterhin auf Vorbeugung setzen. Die Infotafeln informieren auch darüber, wie man den Befall erkennt.

Von Wulffen: „In den ersten zwei Jahren gar nicht.“ Auch danach sei es sehr schwierig. In der Rinde seien dann kleine Löcher zu erkennen, die gerade einmal den Durchmesser einer 1-Cent-Münze haben.