Magdeburg l „Ja, das wird dann eventuell teurer werden, das ist uns aber angesichts der Kosten für den ganzen Tunnelbau völlig wurscht.“ Falko Grube, SPD-Fraktionsvize und zugleich Vorsitzender des Bauausschusses in Magdeburg, brachte im Stadtrat einigermaßen emotionsgeladen die Ausschusswünsche zur Umfeldgestaltung am neuen Eingang zur Innenstadt aus Richtung Westen zur Sprache.

Jahrelang kennen ihn die Magdeburger inzwischen nur als Baustelle, noch dazu als nervenzehrend problematische, teure und länger als geplant andauernde. Die Räte wollen nun wenigstens optisch retten, was zu retten ist und stockten den im Gegensatz zum 2012 vorgestellten „Masterplan zur Umfeldgestaltung der Eisenbahnunterführung Ernst-Reuter-Allee“ stark abgespeckten Plan der Verwaltung wieder erheblich auf. In Sachen Beleuchtung (unter den Brücken und an der Ein-/Ausfahrt am City Carré), bei der Möblierung mit Sitzgelegenheiten (am Willy-Brandt-Platz), beim Natursteinpflaster und an der vorgesehenen Bepflanzung mit Bäumen wünsche man keine Abstriche, zählte Grube auf.

Von alten Ideen nicht viel übrig

„Wir haben uns im Bauausschuss schon sehr geärgert, dass vom alten Ideenwettbewerb nicht viel übrig geblieben war.“ Zumal, darauf verwies Jürgen Canehl (Grüne) der Gestaltungswettbewerb selbst ja auch Kosten verursacht habe. „Was erlaubt Ihr Euch eigentlich“, fragte Canehl in Richtung Stadtverwaltung, „da zum Beispiel keine Natursteinpflaster, sondern angemalten Beton verlegen zu wollen?“ Die Verwaltung hatte einen betonierten Boden mit „Scheinfugen“ (tatsächlich angemalt) vorgesehen.

Der Rat folgte einstimmig dem Antrag des Bauausschusses und beauftragte die Verwaltung zur Umsetzung der alten Gestaltungsideen. Außerdem soll ein Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung von Flächen unter den neuen Brücken mit Graffiti ausgelobt werden.

Mehr zum Tunnelbau gibt es in einem Dossier.