Reitsport

Ratsfraktion fordert sichere Reitwege im Magdeburger Herrenkrug

Mit einem Reitwege-Konzept will die CDU-Ratsfraktion den Reitern im Magdeburger Herrenkrug einen sicheren Übergang in die freie Landschaft ermöglichen.

Von Konstantin Kraft
An der Straße "An den Rennwiesen" in Magdeburg warnt ein Schild vor kreuzenden Reitern.
An der Straße "An den Rennwiesen" in Magdeburg warnt ein Schild vor kreuzenden Reitern. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Der Herrenkrug und Pferdesport gehören zusammen. Seit mehr als einem Jahrhundert messen sich die schnellsten Reiter auf der großen Galopprennbahn. Gleich gegenüber haben der Reit- und Fahrverein Magdeburg sowie der Reitclub Herrenkrug ihren Sitz. Ihnen gehören mehr als 250 Mitglieder an, die Mehrheit davon Kinder und Jugendliche. Es ist deshalb nicht unüblich, dass Passanten im Umfeld der Parkanlagen auf Reiter treffen. Doch daran könnte sich bald etwas ändern.

Die CDU-Ratsfraktion warnt vor einer möglichen Verschlechterung der Ausreitesituation im nördlichen Teil des Herrenkrugs. In einem Antrag, der bei der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag (10. Juni) erstmals aufgerufen werden soll, fordert die Fraktion, dass eine „geeignete sichere Route für das Reiten im Bereich Herrenkrug und Wege in die freie Landschaft", insbesondere in den Biederitzer Busch und die Umflutwiesen, ermittelt werden sollen und dies dann im Stadtwegeplan der Landeshauptstadt dargestellt wird.

Reitverbot neben Wegen im Wiesenpark?

Hintergrund dieser Forderung ist ein jüngster Vor-Ort-Termin mit Vertretern von Umweltamt, Stadtplanungsamt und Tiefbauamt sowie des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg. Dabei soll vonseiten der Verwaltung in Aussicht gestellt worden sein, dass das bisher geduldete Reiten neben den Wegen im Gelände des Wiesenparks zukünftig ausdrücklich verboten werden soll. Im Zusammenhang mit dem bereits bestehenden Verbot des Reitens auf dem asphaltierten Deichabschnitt, der saniert worden war, wäre für die Reiter fortan kein gefahrenloser Übertritt in die freie Landschaft mehr möglich, argumentiert die CDU. Stattdessen müsste die Straße An den Rennwiesen an einer unübersichtlichen Stelle überquert werden. Besonders für Kinder- und Jugendliche, die vor Ort das Reiten lernen wollen, wäre dies nicht zumutbar.

„Es geht um die Sicherheit der Reiterinnen und Reiter“, unterstreicht CDU-Stadtrat Andreas Schumann gegenüber der Volksstimme. Ein erhöhtes Risiko beim Ausritt könnte im Zweifel das ein oder andere Mitglied im Reiterverein dazu bewegen, sich einen anderen Standort für sein Hobby zu suchen. „Wir müssen vermeiden, dass Vereine aus Magdeburg verdrängt werden“, betont Schumann deshalb.

CDU skizziert Konzept für sichere Reitwege

Um den Reitern weiterhin ein „attraktives Ausreiterlebnis in freier Landschaft“ zu ermöglichen und Konflikte mit anderen Passanten und der Stadt zu vermeiden, hat die CDU-Fraktion ein erstes Konzept für sichere Reitwege im Herrenkrug skizziert. Ziel ist es, in direkter Umgebung der Ställe zulässige Reitwege festzulegen, die als solche gekennzeichnet werden.

Konkret: Der rechte Weg entlang der Straße An den Rennwiesen vom Reiterhof bis zum Deich könnte als Reitweg definiert werden. Fußgänger und Radfahrer hätten die andere Straßenseite für sich. Ferner soll auf einem kurzen Stück des asphaltierten Deichweges östlich des Golfplatzes das Reiten erlaubt werden, um einen sicheren Übergang in den Biederitzer Busch zu gewährleisten.

Die CDU will ihren Antrag zur Diskussion in die Ausschüsse überweisen lassen. Dort sollen dann auch Vertreter der Reitvereine eingeladen werden. Die Volksstimme fragte bei der Stadtverwaltung nach, was es mit dem angemahnten neuerlichen Reitverbot im Wiesenpark auf sich hat. Angesichts der noch ausstehenden Debatten im Stadtrat, wurde um Geduld gebeten.