Magdeburg l Denn die Stadtverwaltung schlägt vor, dass eine entsprechende Nutzung erst dann erfolgt, wenn die Neuplanung des Platzes und dessen Sanierung abgeschlossen sind. Die Stadtverwaltung steht einem Terrassenbetrieb vor dem Magdeburger Rathaus grundsätzlich aber aufgeschlossen gegenüber, wie aus einer Stellungnahme von Baubeigeordnetem Dieter Scheidemann hervorgeht.

Hintergrund ist der Wunsch von Ratskeller-Betreiber Matthias Nawroth, vor dem Rathaus Gäste auf einer Art Terrasse zu bewirten – zusätzlich zum Biergarten auf dem Martin-Luther-Platz. Auf diese Weise soll der Alte Markt belebt werden.

Ein Stück von der Straße

Voraussetzung sei, dass der Betreiber einen Antrag auf Sondernutzung stellt, wie Dieter Scheidemann erklärt. Dabei sollen die Größe der geplanten Fläche und der Zeitraum angegeben werden, in dem die Fläche genutzt werden soll.

Nawroth würde gern auch die Straße vor dem Ratskeller einbeziehen. Die gesamte Fahrbahn werde aber nicht zur Verfügung gestellt werden können, reagiert nun Scheidemann. Rettungsdienste, Passanten, Radfahrer und Lieferverkehr müssten noch ungehindert durchkommen. Ebenso müsse der Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten wie Roland, Goldener Hirsch und Rathaus gewährt werden. Wert gelegt werde zudem auf die Gestaltung, die Möblierung und die mögliche Abtrennung des Terrassenbereichs.

Café soll zeitlich beschränkt werden

Die Erlaubnis für den Terrassenbetrieb müsse zeitlich so beschränkt sein, dass es nicht zu Konflikten mit „diversen Veranstaltungen“ auf dem Alten Markt kommen werde, wie Scheidemann informiert. Entsprechende Festlegungen würden bereits im Genehmigungsverfahren getroffen. In diesem Verfahren würden auch Art und Umfang der baulichen Maßnahmen zur Sicherung und Abtrennung des Terrassenbetriebes definiert werden, so Scheidemann.

Matthias Nawroth erklärte gestern auf Nachfrage, dass er sich aktuell noch nicht zur Stellungnahme aus der Stadtverwaltung äußern wolle. Denn es sei eine abgespeckte Variante entwickelt worden, die zeitnah umsetzbar wäre, und über die Nawroth bereits mit mehreren Stadträten gesprochen habe. Heute soll es dazu einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Verwaltung geben, berichtet der Ratskeller-Chef, diesen wolle er abwarten, ehe er sich positioniert. Seine Hoffnung ist, „dass wir in diesem Jahr schon etwas tun können und die Komplettvariante dann für das nächste Jahr anvisiert wird“.

Umgestaltung nicht vor 2022

Die Stadt hatte für den Alten Markt einen Gestaltungswettbewerb auf den Weg gebracht. Der Siegerentwurf war im September 2019 gekürt und bekanntgegeben worden. Damals hatte Oberbürgermeister Lutz Trümper erklärt, dass die Umgestaltung des Alten Marktes von der finanziellen Lage der Stadt abhängig sei und nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten sei. Für das Programmjahr 2021 sollte bereits Fördergeld beantragt werden, hatte Trümper erklärt. Der Wettbewerb war zur Belebung des Alten Marktes ausgelobt worden. Vordergründig ging es dabei um eine barrierefreie Oberflächengestaltung und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Der Siegerentwurf sieht neue Wasserspiele und mehr Bäume vor.