Magdeburg l Das Ravelin II gehört nicht nur zu den imposantesten Resten der Magdeburger Festung, die Anlage hat sich längst auch zu einem wichtigen Veranstaltungsort entwickelt. Und das bedeutet: Das Gelände braucht eine ausreichende Stromversorgung.

Zum Beispiel für das Mittelalterfest „Spectaculum Magdeburgense“. Drei Bühnen, rund 100 Stände, im Jahr 2018 rund 16.000 Besucher — um so eine Großveranstaltung ausrichten zu können, ist eine ausreichende Stromversorgung mit passender Spannung nötig. „Wir müssen für jedes Spectaculum ein großes Dieselaggregat mieten, um ausreichend Strom zur Verfügung zu haben“, sagt Mirko Stage vom Verein Kultur-Szene-Magdeburg, der das Mittelalterfest ausrichtet.

Dieselaggregat teuer, laut und schmutzig

Dieses Aggregat sei nicht nur teuer, sondern verursache auch viel Lärm und Abgase. Auch müsse es mit einem Abstand von rund 150 Metern zum Fest platziert werden, was wiederum ein langes Zuleitungskabel nötig mache. „Und dieses Kabel selbst führt zu Stromverlusten“, sagt Mirko Stage. Es gebe zwar zwei kleinere Stromabnahmestellen von den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) und der benachbarten Deutschen Bahn, die reichten aber bei weitem nicht aus. Man sei im vergangenen Jahr tatsächlich auch an den Grenzen des Möglichen angelangt.

Das Problem wurde bereits im September 2018 im Magdeburger Stadtrat erkannt. Die SPD-Fraktion hatte beantragt, dass die Stadt prüfen solle, wie eine wirtschaftliche und möglichst umweltschonende Stromversorgung zum Ravelin II gelegt werden könnte.

Stadtwerke Magdeburg prüfen Möglichkeiten

Das zuständige Baudezernat hat sich mit der Angelegenheit befasst und eine erste Stellungnahmen dazu für den Stadtrat erstellt. Für das Ravelin II gebe es einen Stromanschluss der SWM am Eingang Glacispark. Dieser habe eine Leistung von 62 kW und eine HA-Sicherung von 3 x 100 Ampere. Für das Spectaculum etwa sei aber eine Leistung von 110 kW mit einer Sicherung von 3 x 125 Ampere nötig. Um einen derartigen Netzanschluss zur Verfügung zu stellen, sei es erforderlich, dass die Stadtwerke Magdeburg (SWM) einen Stromverteilungsanschluss benenne, der die erforderliche Leistung zur Verfügung stellen könne und sich in der Nähe des Glacis-Einganges des Ravelin II befindet.

Der erforderliche Strom könnte möglicherweise aus dem Schlachthofquartier oder aus dem Bereich der Gerhart-Hauptmann-Straße per Kabel zum Ravelin geleitet werden, schlägt das Baudezernat vor. Die SWM hätten bereits festgestellt, dass diese Möglichkeit durchaus bestehe, aber auf jeden Fall eingehender untersucht werden müsse. Erst im Zuge dieser Untersuchung könnten dann auch verbindliche Kosten für einen passenden Stromanschluss für das Ravelin II genannt werden, so Dieter Scheidemann, Baubeigeordneter der Stadt Magdeburg.

Mirko Stage freut sich über die Stadtratsinitiative. „Das hilft nicht nur bei der Ausrichtung des Spectaculums, sondern auch dem großen Adventsmarkt im Ravelin.“