Unfälle

Reflektoren gegen Gleisbettfahrer

Die neue Magdeburger Straßenbahnstrecke am Buckauer Bahnhof hat sich zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt.

Magdeburg Das erste Fahrzeug, das die neue Straßenbahnstrecke in der Warschauer Straße am 15. Dezember 2020 „einweihte“, war ein Auto. Kurz vor der Abnahme fuhr am Buckauer Bahnhof in der Unterführung ein Autofahrer ins Gleisbett. Zwei Monate später, könnte man denken, es war ein böses Omen. Denn dem Autofahrer folgten in den nächsten Wochen sechs weitere. Zuletzt verirrte sich am vergangenen Freitag und am Dienstag, 23. Fenruar 2021, je ein Autofahrer in die Spur der Straßenbahn und musste aus dem Gleisbett geborgen werden.
An keiner anderen Stelle des MVB-Netzes sind in so kurzer Zeit so viele Unfälle der gleichen Art passiert. Ist der Bereich, in dem die Straßenbahn in die Fahrbahnmitte schwenkt und die Fahrspur für die Autos rechts weitergeführt wird, nicht ausreichend gekennzeichnet? Tim Stein, Sprecher der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), verweist auf die bereits dort stehenden Baustellen-Warnbaken. Auch ein Verkehrszeichen weist Autofahrer darauf hin, dass sie nicht der Bahn folgen, sondern rechts auf der Fahrspur bleiben müssen.
Im Moment noch gelbe Fahrbahnmarkierungen kennzeichnen den Trennbereich zwischen Straßenbahn- und Fahrbahnspur. Diese gelben Linien sollen im Frühjahr durch die üblichen weißen Markierungen ersetzt werden. Dann lässt die Witterung diese noch ausstehenden Arbeiten zu, sagt Sprecher Tim Stein. Außerdem werden zusätzlich Reflektionsnägel, auch bekannt als „Katzenaugen“, in den Sperrbereich eingebracht.
Auf Wunsch der Planfest-stellungsbehörde gab es am Dienstag einen Ortstermin, wie Stadtsprecher Michael Reif sagt. Mit dabei waren Vertreter der MVB, der Straßenverkehrsbehörde, des Tiefbauamtes und der Polizei, um weitere Lösungen zu besprechen, wie für mehr Sicherheit gesorgt werden kann. Dabei haben sie sich zwei Bereiche angesehen, in denen es zuletzt mehrere Unfälle gab, so Michael Reif. Zum einen den Bereich der Unterführung, zum anderen den Kreuzungsbereich Warschauer Straße/Dodendorfer Straße/Raiffeisenstraße, wo linksabbiegende Fahrzeuge aus der Dodendorfer Straße kommend in das „Grüngleis“ der Warschauer Straße gefahren seien.
Festgelegt wurde für den Bereich der Unterführung, dass sogenannte Schrammborde im Sperrbereich aufgetragen werden sollen – beginnend ab der dortigen Fußgängerinsel. Zudem soll das am Gleisbereich derzeit noch mobil aufgestellte Verkehrszeichen fest installiert werden. Ein weiteres Hinweisschild im Bereich der Fußgängerinsel soll zudem die Autofahrer noch früher auf die sich ändernde Verkehrsführung hinweisen.
Für den zweiten Unfallpunkt wurde festgelegt, dass im Kreuzungsbereich in Richtung Schönebecker Straße ein Stück Rasen aus dem Gleis herausgenommen und durch drei Gleisplatten ersetzt werden soll. Außerdem sollen auch hier Schrammborde und Reflektionsnägel eingebaut werden.
Die Erfahrungen aus der Warschauer Straße werden bei den MVB zu zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen führen. „Bei künftigen Bauvorhaben werden wir wohl mit noch mehr Beschilderungen, Schrammborden und Blinkleuchten planen müssen. Komplett verhindern lassen wird sich das Problem damit jedoch trotzdem nicht“, so Tim Stein. Trotz solcher Maßnahmen habe es auch zwei Gleisbettfahrer im Bereich SKL/Schönebecker Straße innerhalb weniger Wochen gegeben.