Magdeburg l Die älteste große Läuteglocke des Doms, die Dominica, ist nach ihrer Reparatur zurückgekehrt. Mitglieder des Domglockenvereins nahmen sie am Montagabend, 30. September 2019, im Dom in Augenschein. Zuvor war sie mit einem Schwerlastkran vom Lkw gehievt und auf einem fahrbaren Dreibock in das Gotteshaus gebracht worden. Noch zeigt sich die klingende Schönheit recht „zugeknöpft“: Um die Spannung zu wahren, ist die Glocke derzeit noch verhüllt und soll erst beim Erntedankfest im Dom am Sonntag, 6. Oktober 2019, der Öffentlichkeit präsentiert werden, sagt Domglockenvereinschef Andreas Schumann.

Am Abend zuvor soll es eine Wiedersehensfeier mit Förderern und Freunden des Glockenvereins geben, bei der die Hülle erstmals gelüftet werden soll. Man wolle die gelungene Aktion gebührend mit den Spendern feiern, so Andreas Schumann. Denn dem erst im März 2018 gegründeten Verein war es mit einer Spendensammlung gelungen, die rund 30.000 Euro für Reparatur und Transport aufzubringen.

Glocke kann noch nicht zurück in den Turm

Anfang Juni dieses Jahres war die 2,6 Tonnen schwere Sonntagsglocke per Kran aus dem Nordturm des Doms herabgeschwebt und hatte sich auf die Reise ins bayerische Nördlingen aufgemacht. In einer Glocken-Schweißwerkstatt wurden Risse in der Glocke, die seit gut zehn Jahren nicht mehr erklungen ist, ausgebessert.

Vom Ergebnis ist Andreas Schumann begeistert, will aber noch nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall wird die restaurierte Glocke auch wieder einen Ton von sich geben, wenn sie präsentiert wird. Denn auch wenn sie nicht hängt, ist sie derzeit so gelagert, dass man sie anschlagen kann, um den neuen alten Klang hören zu können, so der Vereinsvorsitzende.

Ihren Platz im Nordturm wird die 444 Jahre alte Glocke aber zunächst noch nicht wieder einnehmen können. Denn sie soll künftig an einem anderen Platz im Nordturm hängen – höher als bisher, damit sie besser klingt und weiter zu hören ist, so der Plan des Vereins. Dafür ist jedoch eine Aufstockung des Glockenstuhls nötig. Hierfür ist die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Doms Magdeburg zuständig. Mit der Stiftung sei man derzeit im Gespräch, der Verein hofft, dass die Dominica in zwei, drei Jahren in den Nordturm zurückkehren kann, so Andreas Schumann.

Glocke als Spendenschatulle

So lange wird die Sonntagsglocke im Kirchenschiff verharren und als „Spendenschatulle“ für weitere Vorhaben des Glockenvereins werben. Denn die rührigen Mitglieder haben noch viel vor. Sie wollen das Geläut des Doms weiter vervollständigen und sammeln fleißig Spenden dafür. Unter anderem soll eine weitere große Glocke gegossen werden. Sie wäre dann die zweitgrößte im Dom. Rund 125.000 Euro würde nach Schätzungen der Neuguss kosten, eine Summe, die selbst für einen engagierten Verein zu hoch ist. Deshalb hoffen die Mitglieder auf weitere Spender.