Wirtschaft

Riesenhallen für Magdeburger Rewe-Lager höher als Zehngeschosser

Von Martin Rieß
Auf der Baustelle für Rewe wird geklotzt und nicht gekleckert.
Auf der Baustelle für Rewe wird geklotzt und nicht gekleckert. Foto: Martin Rieß

Magdeburg

Im Industrie- und Logistikzentrum im Gewerbegebiet Nord wächst in Magdeburg ein neues, nationales Zentrallager für das Trockensortiment des Handelskonzerns Rewe in die Höhe. Mittlerweile sind die Erdbau- und Gründungsmaßnahmen komplett abgeschlossen. Die Betonarbeiten im Hochbau liegen im Plan. Der Generalunternehmer Klebl arbeitet an verschiedenen Stellen parallel, so dass unter anderem auch die Mitarbeiterparkplätze, das Entspannungsbecken für die Regenwasserableitung, das Technikgebäude und die Pforte im Bau sind, berichtete Raimund Esser, Leiter der Unternehmenskommunikation des Konzerns, gegenüber der Volksstimme.

Im April hat nun erstmals der Intralogistiker – jener Bereich, der für die Warenströme innerhalb des Betriebsgeländes zuständig ist – eine Fläche übernommen. Das war der Startschuss für den Bau des Hochregallagers mit einer geplanten Höhe von rund 30 Metern. Damit wird das Lager höher als ein Zehngeschosser.

Start für den Innenausbau

Parallel zu diesen Arbeiten läuft derzeit bereits der Innenausbau der technischen Gewerke wie Elektro, Heizung und Sanitär langsam an.

Wie Raimund Esser berichtet, ist das Unternehmen von bösen Überraschungen beim Bau zum Beispiel durch zuvor nicht erkannte Störungen im Untergrund verschont geblieben.

Frost erzwingt für zwei Wochen einen Baustopp

Nur der Frost hatte einen Verzug gebracht. „Durch den im Vergleich zu den letzten Wintern ,richtigen‘ Winter 2020/2021 sind wir bei den Erd- und Betonarbeiten etwas in Verzug geraten“, berichtet der Chef der Rewe-Unternehmenskommunikation. Bereits zu Weihnachten und im Januar habe es Probleme durch den anhaltenden Dauerfrost gegeben. „Im Februar mussten wir witterungsbedingt zwei Wochen die Baustelle stilllegen. Wir sind aber zuversichtlich, durch die erfahrenen Partner und entsprechende Planungsreserven den geplanten Eröffnungstermin trotzdem halten zu können“, so Raimund Esser weiter. Termin dafür ist das zweite Halbjahr 2023.

Bei den Arbeiten an dem neuen Standort geht es nicht allein um den reinen Bau von Gebäuden und Außenanlagen. Ein nicht unerheblicher Aufwand wird auch rund um den Naturschutz betrieben. Hintergrund: Um den neuen Logistikstandort in Magdeburg bauen zu können, muss ein Teil eines zu Teilen bereits verlandeten Altarms der Elbe zugeschüttet werden. Ökologischen Wert hat das frühere Gewässer als Feuchtgebiet und Lebensraum beispielsweise für seltene Insekten, Lurche und Vögel dennoch, so dass durch den Bauherrn ein Ausgleich geschaffen werden muss.

Ausgleich für Molche und Insekten

„Die Ausgleichsmaßnahmen für die Matritze umfassen die Verlängerung der heutigen Matritze in östliche Richtung bis zu einem weiterem Biotop“, berichtet Raimund Esser. Die Vorbereitung startet im August 2021 mit der archäologischen Untersuchung. Die konkreten Arbeiten an dem neuen Biotop aus Menschenhand sollen ab März kommenden Jahres starten.

Am neuen Standort werden in zwei Ausbaustufen mit Hallengrößen von 42.000 und 30.000 Quadratmetern künftig Trockenprodukte wie Süßwaren und Konserven gelagert. Während zu Beginn 250 neue Arbeitsplätze in Magdeburg entstehen sollen, sind langfristig noch 150 mehr Arbeitsstellen geplant. Dabei wird Rewe nicht bei null anfangen: Im Übergangsstandort in Osterweddingen hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr erste Mitarbeiter eingestellt, die mit Fertigstellung des Neubaus an diesen wechseln werden.

Mitarbeiter starten schon jetzt an anderem Standort

„Durch den Übergangsstandort werden wir bis 2023 einen größeren Anteil der zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits eingestellt haben“, sagt Raimund Esser gegenüber der Magdeburger Volksstimme.