Magdeburg l An der Pauluskirche in Magdeburg-Stadtfeld laufen die Sanierungs- und Sicherungsarbeiten auf vollen Touren. Am 20. Februar 2019 ist der Schlussstein auf den Schornstein des vorderen Giebels gesetzt worden. Bei dem etwa 500  Kilogramm schweren Stein handelt es sich um eine Neuanfertigung.

Der alte Stein war verwittert und fiel bereits auseinander, als er von der Kirche abgebaut werden sollte. Nun ist der neue Stein gesetzt worden, der natürlich auch noch gesichert und mit Mörtel mit dem unteren Stein verbunden wurde. Mit einem Kran wurde er in die luftige Höhe transportiert, wo ihn die Bauarbeiter in die richtige Position brachten.

Hohe Fenster werden erneuert

Der zweite und der dritte Bauabschnitt werden aktuell umgesetzt, erklärte Architektin Kerstin Hirschfelder. Unter anderem gehört dazu auch die Erneuerung der Maßwerke des Turmes. Dabei handelt es sich um die hohen Fenster, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren. Die alten Verstrebungen seien zum Teil schon ausgebaut worden und würden von den Mitarbeitern der Firma Steinservice aufgearbeitet beziehungsweise neu gefertigt. Die Löcher seien wie „eine klaffende Wunde“ gewesen.

Wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen seien, werde sich die Kirche wieder in ihrer vollen Schönheit zeigen. Dann sind die Fassadenarbeiten abgeschlossen. Die Verglasung wird der ursprünglichen aus Antikglas nachempfunden.

Sanierung kostet mehr als eine Million Euro

1,2  Millionen Euro werden insgesamt investiert – die Finanzierung wurde zum großen Teil mit Geld aus dem Städtebauförderprogramm ermöglicht. Die Kirchengemeinde hätte die Kosten nicht allein stemmen können. Und auch vom Förderkreis der Pauluskirche gab es Unterstützung. Der Schlussstein, der am Mittwoch gesetzt wurde, wurde vom Verein finanziert. 10.000  Euro seien geflossen, berichtete Vorsitzender Christian Held. Etwas mehr als 100.000  Euro habe der Verein in den vergangenen 20  Jahren gesammelt. Und der größte Teil sei auch schon an die Gemeinde beziehungsweise die Kirche zurückgeflossen.

Von einer „Dame in Weiß“ spricht Pfarrer Reinhard Simon, wenn er an die fertiggestellte Kirche denkt. Mit 2400  Mitgliedern sei die Paulusgemeinde die größte in Magdeburg. Aber auch für die Stadtfelder sei das Gebäude von Bedeutung. Immer wieder ist die Kirche zu Konzerten voll besetzt. Und gerade an den Wochenenden kämen viele Spaziergänger an dem Gebäude vorbei. Oft sei die Kirche deshalb auch sonntags nachmittags geöffnet, so dass Besucher auch einmal in Stille in der Kirche verweilen können, berichtete Simon. Für ihn ist die Sanierung ein Meilenstein. Denn es sei die erste Außensanierung in der gesamten Geschichte des Gotteshauses, erzählte er.

Bis Ende 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.