Magdeburg l Wenn Mario Thomas mit seiner „Kanone“ im Stadtgebiet von Magdeburg unterwegs ist, dann erntet er schon mal neugierige Blicke. Kein Wunder, geht er doch mit seiner Riesensprühdose auffällig gegen eine Raupe vor, die millionenfach auftritt. Mit einem Bakterienextrakt behandelt er gefährdete Bäume, um das Ausbreiten des Spinners zu verhindern oder zumindest einzudämmen.

Rund 1000 Eichen im gesamten Stadtgebiet hatte er in diesen Tagen vor seiner „Kanone“. Zuerst waren Bäume in den Parks dran. Danach folgten die Eichenbestände auf den Friedhöfen. Wegen einer dringenden Reparatur am Einsatzfahrzeug hatte die Sprühaktion erst mit einigen Tagen Verspätung starten können. Inzwischen ist die Aktion abgeschlossen.

Raupen auf Friedhöfe und in Parks

Neben einzelnen Friedhöfen wie dem West-, Ost-, Südfriedhof sowie dem Buckauer und Brückfelder Friedhof konzentrierte sich die Bekämpfung nach Angaben der Stadtverwaltung Magdeburg auf die nördlichen Stadtteile mit den Schwerpunkten Herrenkrugpark, Werder, Rothensee, Alte Neustadt, Altstadt, Cracau, Pechau und Randau-Calenberge. Außerdem gibt es betroffene Eichen in Stadtfeld-Ost und Ottersleben.

Die Stadtverwaltung Magdeburg empfiehlt, die betroffenen Areale zu meiden. Diese Bereiche seien durch Absperrungen gekennzeichnet. Darüber hinaus sollten die Raupen und Gespinste unter keinen Umständen berührt werden, sagte eine Stadtsprecherin weiter. Möglich sind allergische Reaktionen und Hautreizungen.

Jährliche Aktion gegen Raupen

Wegen dieser Gefahr für Mensch und Baum hatte es sich der zuständige Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) zum Ziel gemacht, das Vorkommen des Schädlings weitgehend einzudämmen. Seit 2012 finden deshalb jährlich Bekämpfungsaktionen statt. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 70 Prozent. Die Larven nehmen den Bakterienextrakt über die Nahrung auf, wodurch die Entwicklung des Schädlings gehemmt wird. Bei dem Mittel handele es sich nicht um Glyphosat, sagte eine Stadtsprecher auf Anfrage.

„Ein vollständiger Schutz gegen den Eichenprozessionsspinner ist zwar auch mit einer weiträumigen präventiven und manuellen Bekämpfung nicht gewährleistet, jedoch kann die von den Raupen ausgehende Gefahr durch diese Maßnahmen verringert werden“, so Stadtgartenchefin Simone Andruscheck.