Magdeburg l Seit dem Erstfund im August 2014 in der Badeteichstraße in Magdeburg-Rothensee verging kaum ein Jahr, in dem nicht neue Bäume entdeckt wurden, die vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen waren. Auch 2020 bildet da nun keine Ausnahme mehr.

Wie erst jetzt bekannt wurde, sind bereits am 12. März 2020 bei Fällmaßnahmen wegen eines früheren Fundes zwei neue Wirtsbäume mit Käferlarven des aus Asien eingeschleppten Schädlings entdeckt worden. Zwei Monate später wurde der ALB-Fund durch das in Deutschland federführende Julius-Kühn-Institut nach Untersuchung der Tiere bestätigt, wie Hans-Ulrich von Wulffen erklärt. Die betroffenen Bäume wurden unverzüglich vernichtet, sagt er.

Der Abteilungsleiter in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau ist seit Beginn an der Jagd nach dem gefräßigen Käfer beteiligt. Weil dieser bislang nicht biologisch oder chemisch bekämpft werden kann, bleibt nur die Fällung des betroffenen Baumes. Außerdem werden alle potenziellen Wirtsbäume im Umkreis von 100 Metern ebenfalls gefällt, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

So wurden im Lauf der Jahre fast 10.000 Bäume vorsorglich vernichtet. Der Schaden, der durch eine unkontrollierte Ausbreitung entstehen würde, wäre jedoch ungleich größer, sagen Experten und verweisen auf baumlose Flächen in Asien. Auch für die beiden neuen Funde an der westlichen Abfahrt der Oebisfelder Brücke gilt das Fällgebot. Es wurde Anfang August umgesetzt.

Quarantäne-Gebiet wegen asiatischem Laubholzbockkäfer

Eine circa 6100 Hektar große Quarantänezone erstreckt sich wegen des Käfers im Nordosten Magdeburgs bis in umliegende Gemeinden. Aus ihr darf kein Schnittholz von Laubbäumen ausgeführt werden, um die Ausbreitung zu verhindern. Außerdem werden alle Bäume innerhalb des Gebiets, die für den Käfer interessant sein könnten, mindestens einmal jährlich untersucht. So soll ein möglicher Befall erkannt werden. 270.000 Laubgehölze werden unter anderem auch mit Baumkletterern und Suchhunden überwacht.

Die Auswirkungen auf die Quarantänezone seien marginal, wie Hans-Ulrich von Wulffen erklärt, da die neuen Funde innerhalb einer vorherigen Fällzone gemacht wurden. Groß sind die Folgen jedoch für die aufwendigen Überwachungsmaßnahmen. Nach EU-Vorgaben gelten diese vier Jahre ab dem jüngsten Fund, somit also aktuell bis März 2024.