Magdeburg l Die Zeiten, dass wegen zu geringer Schülerzahlen in Magdeburg Schulen dichtmachen müssen, sind zumindest vorerst vorbei. Mit Blick auf die Zahl der in Magdeburg geborenen Kinder ist schon jetzt klar, dass der Bedarf an Unterrichtsräumen in den Schulen auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird.

Mehr noch: Die Prognosen zur Zahl der Einschüler werden immer wieder übertroffen. Inzwischen hat die Stadtverwaltung Magdeburg die bis vor kurzem gültige Einschätzung für das Schuljahr 2019/20 nach oben korrigiert.

Experten rechnen mit 2183 Abc-Schützen

In den letzten Schätzungen für die Zahlen der Einschüler lag die Verwaltung bei 2094 Mädchen und Jungen, die im kommenden Jahr die ersten Klassen besuchen werden. Inzwischen gehen die Experten aber von 2183 Kindern aus.

Nach jetzigem Stand vom Oktober 2018 stehen aber nur 2136 Plätze in den ersten Klassen zur Verfügung. Damit ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 47 Plätzen. Die Lösung für das Platzproblem an den Grundschulen Magdeburgs: An einigen Schulen werden mehr erste Klassen eröffnet als ursprünglich geplant.

Kapazität in Grundschule nutzen

Unter anderem soll die Kapazität von sechs ersten Klassen an der Grundschule Im Nordpark ausgeschöpft werden. In diesem Jahr gab es hier vier erste Klassen. Platz ist aber laut Stadtverwaltung Magdeburg für sechs Klassen.

Und auch die Grundschule Diesdorf – wo es in diesem Jahr zwei erste Klassen gab – wird größer. Dank der laufenden Modernisierung soll hier Platz für vier Klassen sein. Bereits eingeplant sind seitens der Stadtverwaltung auch vier erste Klassen, die an der Bertolt-Brecht-Straße eingeschult werden sollen. Jeweils eine zusätzliche erste Klasse sind in Brückfeld, in der Hegelstraße und in Sudenburg geplant.

Schulen in Magdeburg erweitern

Angesichts der Platzkapazitäten an einigen Schulen ist eine solche Entwicklung auf Dauer nicht durchzuhalten. Daher laufen an vielen Stellen der Stadt Magdeburg Arbeiten und Planungen zur Erweiterung der vorhandenen Schulen.

Daneben geht es auch um neue Grundschulen. In den Planungen schlägt sich dies auch darin nieder, dass einige Schulen nicht mehr so viele erste Klassen aufnehmen können wie bisher. Je eine Klasse weniger soll es daher in den Grundschulen am Umfassungsweg, in der Schmeilstraße, am Grenzweg, in der Weitlingstraße, am Glacis, in der Leipziger Straße, am Hopfengarten und im Lindenhof geben.

Genaue Prognosen schwierig

Ein Blick auf das laufende Schuljahr 2018/19 zeigt ohnehin, dass die beste Planung kaum eine Punktlandung garantiert. Ein Grund: Es ist nur schwer im Vorfeld einzuschätzen, welche Schüler an einer freien Schule eingeschult werden. Und auch der Zuzug in die Stadt Magdeburg sowie die Umzüge innerhalb Magdeburgs stellen nur schwer zu kalkulierende Größen dar.

Beispiel Grundschule Am Nordpark. Laut Stadtverwaltung hätte es hier Platz für sechs erste Klassen mit 124 Schülern gegeben. Am Ende waren es nur vier Klassen mit 91 Kindern. Fürs nächste Jahr rechnet die Verwaltung mit Stand September mit 124 Mädchen und Jungen, die in der jüngst erweiterten Grundschule in der Alten Neustadt Lesen und Schreiben lernen sollen.

Verweiler nicht einberechnet

Nicht in den Rechnungen der Stadtverwaltung enthalten ist die Zahl der sogenannten Verweiler. Bei ihnen handelt es sich um jene Schüler, die aufgrund ihres Lerntempos weniger schnell die ersten beiden Schuljahre absolvieren. Derzeit werden die betroffenen Jungen und Mädchen nicht mehr als Sitzenbleiber bezeichnet.

Übrigens: Gespannt sein darf man, ob auch Prognosen für weitere Schuljahre übertroffen werden. 2020 sollen 2142 Mädchen und Jungen in Magdeburg neu zur Schule kommen, 2021 sind es nach jetzigem Stand 2250, für 2022 ist von 2227 und für 2033 von 2434 die Rede.