Magdeburg l Außen hui, innen pfui, so scheint der Fall in der Schwimmhalle Nord zu liegen. Denn während diese von außen in den vergangenen Jahren ordentlich aufgemöbelt wurde, haben die Becken im Inneren offensichtlich noch dringenden Nachholbedarf.

Weil eines undicht ist und Wasser austreten konnte, kam es dort im Vormonat zu einem Schaden in der Elektroanlage, wie Stadtsprecher Michael Reif auf Volksstimme-Anfrage erklärt. Die Anlage konnte zwar verlegt werden, das Leck im Becken blieb jedoch.

Trotz des Schadens wird der Schul- und Vereinssport aber bis zum letzen Schultag aufrecht erhalten. Selbst die Schwimmer aus der ebenfalls wegen einer Havarie geschlossenen Schwimmhalle an der Großen Diesdorfer Straße werden hier mitversorgt.

Folien sollen vorerst abdichten

Das undichte Becken soll dann in der Sommerschließzeit (vom 25. Juni bis 10. August, plus ausschließlich Vereins-und Schulsport bis 31. August) mit einer Folie abgedichtet werden, um weitere Schäden zu verhindern und den Weiterbetrieb nicht zu gefährden, wie Reif weiter erklärt.

Aufgrund des engen Zeitfensters könne es aber auch zu einer Verlängerung kommen, weist er hin. Das Becken war bislang noch nicht saniert worden.

Keine Neuigkeiten hat der Stadtsprecher von der Großen Diesdorfer Straße zu vermelden. Die Filteranlage ist nach wie vor defekt, die Halle deswegen geschlossen. Ein Modul der sogenannten Ultrafiltrationsanlage wurde ausgebaut und zur Überprüfung an den Hersteller geschickt. „Voraussichtlich Ende kommender Woche erwarten wir die Ergebnisse der Prüfung aus dem Labor“, so Reif. Davon hänge ab, wie weiter verfahren wird.

Gewährleistung greift nicht

Eine Gewährleistung greife aber bei der erst 2011 für fast 8 Millionen Euro sanierten Schwimmhalle leider nicht, erklärt er weiter, weil zum einen die Fristen abgelaufen sind und zum anderen die Installationsfirma pleite gegangen ist.

Ein vertrautes Muster an dem Standort: Im Oktober 2014 wurde bekannt, dass beim Dachbau gepfuscht worden war. Auch dort war die verantwortliche Firma längst insolvent.

Die dritte größere Baustelle im Bäderbetrieb konnte bereits beendet werden.

Bei der Saisonvorbereitung war im Carl-Miller-Bad festgestellt worden, dass der Beton auf einer 50 Quadratmeter großen Fläche des Beckenbodens so porös war, dass die geplanten Ausbesserungsarbeiten nicht ausreichen würden. Deshalb musste eine ebenso große, neue Betonplatte herstellt werden. Der Schaden betrug rund 18 000 Euro.

Seit 1. Juni kann dort aber wieder gebadet werden.