Pandemie verstärkt Problem

Selbsthilfegruppe hilft Eltern in Magdeburg, deren Kinder internetsüchtig sind

Der Klick ins Internet, um in virtuelle Welten, Spiele und soziale Netzwerke einzutauchen, hat Suchtpotenzial. In Magdeburg wird Eltern geholfen, deren Kinder internetsüchtig sind.

Von vs 23.09.2021, 10:03 • Aktualisiert: 23.09.2021, 10:35
Eltern, deren Kinder ein auffälliges Internetverhalten zeigen, finden Hilfe bei einer Selbsthilfegruppe, die im Suchtberatungszentrum  II im Haus ?Marie Arning? an der Thiemstraße angeboten wird.
Eltern, deren Kinder ein auffälliges Internetverhalten zeigen, finden Hilfe bei einer Selbsthilfegruppe, die im Suchtberatungszentrum II im Haus ?Marie Arning? an der Thiemstraße angeboten wird. Foto: Magdeburger Stadtmission

Magdeburg - Chatten mit dem Smartphone, Shoppen mit dem Tablet sowie Onlinespiele und Social Media gehören für viele junge Menschen mittlerweile zum Alltag, heißt es vom Suchtberatungszentrum II, das im Haus der Sozialen Dienste „Marie Arning“ unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben wird. Allzu oft kann hieraus ein problematisches Verhalten entstehen, welches den Alltag der Betroffenen und deren Familien einschränken kann, wie es von der Einrichtung an der Thiemstraße heißt. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt. Zwar haben während des zweiten Lockdowns Kinder und Jugendliche im Vergleich zum ersten Lockdown weniger Computerspiele gespielt, „jedoch sind die Zahlen noch immer höher, als sie es vor der Pandemie waren“.

Zwei Treffen pro Monat

Nutzen Kinder moderne Medien exzessiv, kann das Eltern schnell an ihre Belastungsgrenzen bringen. Ein unkontrolliertes Verhalten bei der Mediennutzung von Kindern kann der Auslöser für Konflikte im Zusammenleben von Eltern und Kindern sein. Um dieser aktuellen Problematik entgegenzuwirken, hat das Suchtberatungszentrum des Awo-Kreisverbandes in Kooperation mit der Magdeburger Stadtmission nun eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern ins Leben gerufen, deren Internetkonsum bedenklich ist. „Es soll eine Selbsthilfegruppe entstehen, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, eine Hilfe für Angehörige von Betroffenen anzubieten. Eltern von Kindern, die ein auffälliges Internetnutzungsverhalten aufweisen, kann dadurch ein Austausch über das problematische Verhalten ihrer Kinder mit Medien ermöglicht werden und somit der Problembewältigung dienen“, erklärt Suchtberater Philipp Händler. Die Selbsthilfegruppe traf sich im Juli das erste Mal. Jeden ersten und dritten Donnerstag im laufenden Monat sollen die Treffen in Buckau jeweils in der Zeit von 16.30 bis 18 Uhr stattfinden, damit sie sich als fester Anlaufpunkt für Hilfesuchende etablieren, so das Ziel. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird vor einer Teilnahme darum gebeten, dass sich Interessierte vorab unter der Telefonnummer 0391/406 80 31 oder per E-Mail an beratung@suchtberatungszentrum2-md.de für die Selbsthilfegruppe anmelden.

Für die Eltern und auch die Betroffenen selbst besteht die Möglichkeit, einen Einzeltermin im Suchtberatungszentrum II zu vereinbaren, um gemeinsam mit dem Suchtberater in einem Gespräch das Medienverhalten zu betrachten, so der Hinweis.