Magdeburg l Hoffnungsvoll hatte Harald Gabriel den Oktober in Aussicht gestellt. Doch nun vertagt der Geschäftsführer des Nemo-Spaßbades in Magdeburg die Wiedereröffnung seiner Einrichtung auf Mitte Dezember 2020. Die Gründe dafür seien nach wie vor wirtschaftlicher Natur. „Es kostet sehr viel Geld das Nemo zuzulassen. Doch es kostet noch mehr, es aufzumachen“, erklärt er.

Da das Spaßbad rein privatwirtschaftlich betrieben wird und auf keinerlei Zuschüsse zurückgreifen kann, rechne sich die Wiedereröffnung angesichts der Corona-Auflagen nicht. Hinzu komme, dass der November erfahrungsgemäß einer der schwächsten Monate im Jahr ist. Auch die Saunalandschaft zu öffnen, mache keinen Sinn. Mehr als fünf, sechs Leute könnten nicht rein und Aufgüsse seien auch nicht möglich, erklärt Harald Gabriel.

Eröffnung ohne neue Rutschen

Die Eröffnung des Spaßbades ist nun für den 18. Dezember vorgesehen. Die wenigen Tage vor Weihnachten geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich in den Betrieb mit Hygiene- und Abstandsregeln einzuarbeiten. Das Konzept dazu habe er beim Gesundheitsamt eingereicht. Nach den Feiertagen erhofft sich der Spaßbad-Chef einen, soweit die Corona-Situation es zulässt, regulären Betrieb. Bis dahin bleiben alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Dies ist ihnen am Dienstag bei einer Personalkonferenz mitgeteilt worden. „Das stieß nicht gerade auf Freude“, erzählt Harald Gabriel, wohl wissend, dass seine Mitarbeiter seit Monaten daheim sind und gern wieder die Arbeit aufnehmen möchten.

Wenn sich im Dezember dann die Tore zum Spaßbad öffnen, werden die neuen Rutschen noch nicht fertiggestellt sein. Die Stahlbauteile, die beim Einbau im Januar beschädigt worden sind, waren wegen der Corona-Pandemie lange Zeit nicht lieferbar. Nun seien sie immerhin schon auf dem Weg nach Magdeburg.

Neue Attraktionen erst 2021

Der Einbau, die Fertigstellung und die notwendige Abnahme nehmen jedoch auch noch Zeit in Anspruch. „Wir rechnen mit der Eröffnung der Rutschen im ersten Quartal des kommenden Jahres“, erklärt der Nemo-Chef.

Die Rutschen, eine 95 Meter lange Doppel-Racer-Rutsche, in der zwei Personen einige Meter gemeinsam unterwegs sind und eine 125 Meter lange Rutsche, sollen die neuen Attraktionen im Spaßbad werden.

Ohne Rutsche keine Preiserhöhung

Solange die Rutschen nicht in Betrieb genommen worden sind, werde es auch keine Preiserhöhung bei den Eintrittsgeldern geben, versichert er. Dennoch wird der Spaß im Bad nur eingeschränkt möglich sein. Das Hygienekonzept sieht eine Besucherbegrenzung vor. Der Weg bis zur Umkleidekabine muss mit Mund-Nasen-Maske gegangen werden. Im Bad gilt es Abstand zu halten. „Letztlich müssen wir aber abwarten, wie sich die Pandemiesituation bis dahin entwickelt.“

Eingeschränkt sind derzeit auch die Öffnungszeiten der kommunalen Schwimmhallen. „Aufgrund der geschlossenen Schwimmhalle Diesdorf kommt es zu zeitlichen Nutzungseinschränkungen, da das Schulschwimmen und der Vereinssport auf die anderen Hallen verteilt wurden“, erklärt Stadtsprecher Michael Reif.

Coronabedingte Einschränkungen bei den Besucherzahlen gebe es derzeit in der Schwimmhalle Nord und Schwimmhalle Olvenstedt. Maximal 40 Personen dürfen sich im Schwimmerbecken aufhalten und 25 Personen im Nichtschwimmerbecken. Auch in der Elbeschwimmhalle sind die Besucherkapazitäten reduziert. Maximal 150 Personen sind im Schwimmerbecken gestattet und 25 im Nichtschwimmerbecken.

Öffnung der Saunen wird vorbereitet

Für alle Sauna-Fans hat Stadtsprecher Michael Reif gute Nachrichten. „Derzeit ist die Verwaltung dabei, die Öffnung der Saunen zum 19. Oktober vorzubereiten“, verrät er. Ausgenommen sei die Schwimmhalle Diesdorf, die geschlossen ist. Hier ist das Becken defekt. Ein Ingenieurbüro war beauftragt worden, ein Gutachten zu erstellen, dessen Auswertung über den weiteren Verlauf der Sanierungsmaßnahmen Auskunft geben soll.

Sanierungsarbeiten in den anderen kommunalen Schwimmhallen sind nicht vorgesehen. Lediglich in der Schwimmhalle Olvenstedt werden derzeit die WCs im Foyerbereich saniert. Dies habe aber keinen Einfluss auf den Badebetrieb.

Zudem informiert der Stadtsprecher: „In den Herbstferien gibt es in den beiden kleinen Schwimmhallen veränderte Öffnungszeiten. Hier werden die Zeiten für das öffentliche Baden erweitert, da kein Schulschwimmen stattfindet. Die Vereine können die ihnen zur Verfügung gestellten Zeiten auch in den Herbstferien weiter nutzen.“ Zu den kleineren Schwimmhallen zählt die Schwimmhalle Nord und die Schwimmhalle Olvenstedt.