Magdeburg l Nachsitzen am Magdeburger Sportgymnasium an der Friedrich-Ebert-Straße im Stadtteil Cracau. Rund 230.000 Euro sind für die Umgestaltung des Schulhofs der Eliteschule des Sports laut Investitionsliste des Magdeburger Kulturdezernats vorgesehen.

Doch wo seit Monaten gebaut werden sollte, passiert noch immer nichts. Wie einem Bericht des Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement während einer Sitzung des Schulausschusses des Stadtrats zu erfahren ist, ist erneut eine Ausschreibung für die Arbeiten auf dem Schulhof gescheitert.

Erst keine Bieter, dann zu teuer

Bereits im Juni 2020 war im Schulausschuss zu erfahren, dass die Entwurfsplanung vorliege und der Bauantrag fertiggestellt sei – dass sich bei der Ausschreibung jedoch kein Interessent gefunden habe. Nun war die Ausschreibung wiederholt worden, und es fand sich ein Anbieter. Dessen Preisvorstellungen lagen jedoch so weit über den Planungen des Kommunalen Gebäudemanagements für das Vorhaben, dass kein Vertrag zustande gekommen ist.

Nun also der dritte Anlauf für die Ausschreibung. Um vielleicht doch noch Erfolg zu haben, wurden die Arbeiten jetzt aufgeteilt.

Schulhof auf der Liste

Diese Investition in die Freifläche des Sportgymnasiums ist seit Jahren geplant. Sie ist Bestandteil einer Prioritätenliste, auf der der Stadtrat eine Reihenfolge für Außenanlagen Magdeburger Schulen festgelegt hat, die im Laufe der kommenden Jahre abgearbeitet werden soll. Üblicherweise werden pro Jahr drei Schulen gleichzeitig in Angriff genommen. Zum Zuge kommen in diesem Programm Einrichtungen unterschiedlicher Schultypen. Viele Grundschulen haben in den vergangenen Jahren von den Investitionen profitiert – als eine der weiterführenden Schulen ist aber beispielsweise jüngst die Gemeinschaftsschule „Wilhelm Weitling“ in Neu-Olvenstedt aufgerückt, nachdem die Volkshochschule in der Leibnizstraße im Stadtzentrum von der Prioritätenliste gestrichen worden war.

Das Sportgymnasium geht auf die 1953 am Westring gegründete Kinder-und Jugendsportschule zurück. Zehn Jahre lagen zwischen der Idee und dem Umzug im Jahr 1976 auf das heutige Gelände in der Friedrich-Ebert-Straße. Der Standort war wegen der Nähe zu den Sportstätten vom SC Magdeburg und dem FCM gewählt worden. „Nach umfangreichen intensiven Reinigungsaktionen durch Lehrer, Eltern und Schüler - die Bauleute hinterließen viel Arbeit - konnte der Unterricht in einem hellen, freundlichen Schulgebäude beginnen“, heißt es über den Schulkomplex in Nachbarschaft zu einem Internat in der Schulchronik. Noch einmal kräftig investiert worden war in das Sportgymnasium im Jahr 2005: Rund 2,3 Millionen Euro flossen in die Schule, bevor sie zum 1. Januar 2006 in kommunale Trägerschaft wechselte. Für die bauliche Hülle ist daher jetzt der Eigenbetrieb der Landeshauptstadt zuständig.

Verzögerungen auch andernorts

Die Erfahrungen des Eigenbetriebs für das Magdeburger Sportgymnasium sind derweil keine Premiere. Zuletzt war dies für die neue Außenstelle der Berufsbildenden Schulen in der Bodestraße in Lemsdorf auf der anderen Seite der Elbe der Fall gewesen: Da eine Ausschreibung für Tische und Stühle ohne Erfolg geblieben war, hatte sich hier die Aufnahme des Schulbetriebs verzögert. Hintergrund für die Entwicklung sind fehlende Fachkräfte, eine angesichts niedriger Zinsen große Anzahl an Bauvorhaben sowie die für die Baubetriebe steigenden Kosten.