Magdeburg l Um den Ruderkasten hatte es ein längeres Hin und Her gegeben. Nachdem die Ruderer des Sportclubs Magdeburg ein komplett neues Ruderhaus am Ende des Seilerweges bekommen und eingeweiht hatten, sollte der alte Ruderkasten nach den Plänen der Stadt bereits im vergangenen Jahr abgerissen werden. Einige der Rudergranden jedoch setzten sich vehement für den Erhalt des Achterruderkastens ein. Sie führten unter anderem ins Feld, dass die Trainingsstätte im näheren und weiteren Umfeld einzigartig und gerade für die Nachwuchsarbeit wichtig sei.

Mit einem privaten Investor wollten sie die Trainingsstätte erhalten. Ein Privatmann hatte Kauf und Weiterbetrieb in eigener Regie angeboten, das Objekt zunächst von der Stadt angemietet und dann nach Aussage der Stadtverwaltung Mitte Dezember 2019 den Vertrag wieder gekündigt.

Wunsch nach neuem Ruderkasten

Nun also ist das Schicksal des Ruderkastens besiegelt, der Flachbau verschwindet. Das Thema Ruderkasten jedoch ist noch nicht ganz vom Tisch. Stadträte verschiedener Parteien haben einen neuen Vorstoß unternommen. Sie plädieren für einen neuen Ruderkasten in Magdeburg. Der Stadtrat befürwortete den Antrag, dass Oberbürgermeister Lutz Trümper Gespräche mit der Landesregierung und dem Landessportbund sowie dem SC Magdeburg und den anderen Rudervereinen der Stadt führen soll, in welcher zeitlichen Perspektive und zu welchen Konditionen mindestens eine moderne Ruderkastenanlage in Magdeburg neu entstehen kann, die für den Breiten- und Spitzensport nutzbar ist.

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Bernd Stumpe von der Abteilung Rudern des SCM hat die Diskussionen rund um den alten und einen möglichen neuen Ruderkasten natürlich verfolgt. Seiner Meinung nach habe ein Ruderkasten auch durchaus seine Berechtigung und biete in der Nachwuchsausbildung Vorteile.

Doch dies könne man auch mit anderen Trainingsmethoden kompensieren, wie er sagt. „Ein Ruderkasten ist heute nicht mehr so im Fokus, was den Leistungssport anbelangt“, sagt Bernd Stumpe. Im Leistungssport habe es schon seit Jahren eine Prioritätenverschiebung bei den Nominierungskriterien gegeben. Beispielsweise gebe es Wettkampftests auf dem Ruderergometer. Da spiele ein Ruderkasten keine große Rolle mehr. „Sicher wäre es nicht schlecht gewesen, wenn der Ruderkasten hätte erhalten werden können.

Besserer Zugang zum Wasser dringender

Er steht jetzt allerdings nicht ganz oben auf unserer Wunschliste“, so Bernd Stumpe. Viel wünschenswerter sei für die Ruderer und auch die anderen Wassersportler in der Nachbarschaft ein ordentlicher Zugang zum Wasser, so Bernd Stumpe. Er spielt damit auf die Versandungsprobleme in der Alten Elbe an. Dadurch kommen die Wassersportler im Sommer nur mit Mühe in die Stromelbe, um zu trainieren. Zuletzt hatte der Kanu-Klub Börde Alarm geschlagen. Er musste bereits zwei Mal auf eigene Kosten eine kleine Fahrrinne freibaggern lassen, um überhaupt eine Spur in die Stromelbe zu haben.

Was einen neuen Ruderkasten anbelangt, so habe nach den Worten von Bernd Stumpe eine Abfrage in der eigenen Abteilung und auch bei benachbarten Ruder- und Kanuvereinen ergeben, dass der Bedarf nicht sehr hoch sei. Damit bestätigt er Aussagen von OB Trümper. Der hatte in der jüngsten Stadtratssitzung erklärt, dass lediglich die Ruderabteilung des Universitätssportclubs einmal wöchentlich für ein Kindertraining Interesse an der Nutzung habe. Der SCM sehe alle Funktionen, für die vormals der Ruderkasten diente, an den Ergometern im neuen Ruderhaus erfüllt, so Trümper in der Sitzung.

Angesichts dessen scheint der Erfolg des Vorstoßes für einen neuen Ruderkasten gering.