Magdeburg l Mit knapp 20.000 Wohnungen und 50.000 Mietern sowie rund 500 Ladenlokalen ist die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg der größte Mitspieler auf dem Magdeburger Immobilienmarkt. Da es sich bei dem von Peter Lackner geführten Betrieb um ein kommunales Unternehmen handelt, muss der Stadtrat alle Jahre wieder den Jahresabschluss absegnen. Für das Jahr 2016 war das bei der letzten Sitzung vor der diesjährigen Sommerpause der Fall.

Der geprüfte Jahresabschluss 2016 wurde in der Aufsichtsratssitzung am 4. April zur Kenntnis genommen, inzwischen hat auch der Stadtrat als Vertreter des alleinigen Gesellschafters – der Stadt Magdeburg – das Papier per Beschluss akzeptiert. Das dürfte den Stadträten nicht schwer gefallen sein, da das Unternehmen 4,3 Millionen Euro an den Gesellschafter ausschüttet. Insgesamt hat das Unternehmen einen Jahresüberschuss von 8,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind rund 5 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Mieteinnahmen bleiben konstant

Kaum verändert haben sich dabei die Mieteinnahmen mit rund 69 Millionen Euro. Mit den Betriebskosten kommt die Wobau hier auf einen Erlös von rund 100 Millionen Euro.

Daneben erzielte das Unternehmen auch Erlöse aus Betreuungstätigkeit. Sie resultieren aus der Betreuung von Wohneigentumsanlagen als Verwaltung. Für Dritte verwaltete die Wobau 44 Wohnungen – im Vorjahr waren es noch 52 – und zwei Gewerbeeinheiten sowie 70 sonstige Einheiten wie Gärten und Garagen. Dafür nahm das Unternehmen 52.500 Euro ein.

Aufgrund von Maßnahmen wie Abriss, Verkauf und Stilllegungen ist der Wobau-Bestand im vergangenen Jahr erstmals unter die 20.000er-Marke gefallen: Für 2016 vermeldet der Lagebericht 19.966 statt 20.463 Wohnungen ein Jahr zuvor. Die Wohnfläche sank von 1,18 Millionen auf 1,15 Millionen Quadratmeter.

Leerstand gesenkt

Laut Lagebericht hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 den Leerstand stärker gesenkt, als Wohnungen vom Markt genommen wurden: 625 Einheiten hat das Unternehmen derzeit mehr vermietet als noch ein Jahr zuvor. Die Leerstandsquote sank von 12,22 auf 9,52 Prozent. Im Berichtsjahr stehen 2329 Wohnungskündigungen 2596 Neuvermietungen gegenüber.

Bei den Gewerbeeinheiten ist der Leerstand von 17,3 auf 13,57 Prozent zurückgegangen.

36 Millionen für Modernisierung

Neben den Kosten für die Bewirtschaftung schlägt bei der Wobau der Posten für Modernisierung und Instandsetzung zu Buche. Mehr als 36 Millionen Euro wurden hier investiert. Schwerpunkte bildeten dabei die Friedenshöhe in Sudenburg und die Neue Neustadt.

Weitere Themen für die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, die zum Jahresende 226 Mitarbeiter beschäftigte, sind unter anderem der demografische Wandel mit der Schaffung barrierefreien Wohnraums, aber auch die Investitionen ins neue Domviertel und in den neuen Firmensitz in der ehemaligen Staatsbank am Breiten Weg.