Magdeburg l „Ich bin froh, dass wir endlich einen Startschuss haben. Wir wollten jetzt anfangen“, sagt Rollandy Horvath, Geschäftsführer der Grundtec Bauregie GmbH. Denn bereits vor sechs Jahren hatte das zur Getec-Gruppe gehörende Bauunternehmen erste Teile des gut 20.000 Quadratmeter großen Geländes im südlichen Wissenschaftshafen in Magdeburg erworben.

Mit dem Abriss des ehemaligen Elektrizitätswerks, des sogenannten Speichers A Nord, beginnt nun die städtebauliche Entwicklung. Dieses steht zwar wie die anderen Gebäude und das gesamte Areal des alten Handelshafens unter Denkmalschutz. Weil aber die alten Leitungen in Öl eingelegt waren, ist das Gebäude so kontaminiert, dass eine Nachnutzung nicht möglich gewesen wäre, erklärt Horvath.

Magdeburger Speicher unter Denkmalschutz

Im Einvernehmen mit der Denkmalschutzbehörde wurde deshalb ein Teilabriss vereinbart. Denn die stilprägenden Klinkerfassaden bleiben so weit es geht erhalten und werden an den Stellen, wo das nicht möglich ist, durch Nachbildungen ersetzt.

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So wird die Wand zur Otto-Hahn-Straße bis auf eine Höhe von 4,50 Metern abgebrochen, weil die Eisenträger im Mauerwerk komplett durchgerostet sind. Anschließend wird die Mauer originalgetreu nachgebildet und acht Meter hoch oben draufgesetzt. „Dazu laufen gerade die Abstimmungen, wie wir das bautechnisch umsetzen“, sagt der Grundtec-Geschäftsführer.

Firmen ziehen in Magdeburger Speicher

Die ersten beiden Mieter für das „klassische Büro- und Geschäftshaus“ mit gut 5000 Quadratmetern Fläche stehen bereits fest: ein Telekommunikationsunternehmen und eine Firma aus der Medizinpflegebranche.

Die Verträge sind unterzeichnet und setzen die Bauleute unter Druck. Denn im Dezember 2018 wollen die Mieter einziehen. In die historische Hülle werden dazu vier moderne Blöcke eingesetzt. Ein Verfahren, das das Unternehmen bereits bei der Sanierung des neuen Bundeswehrstandorts an der Sternstraße angewandt hat.

Neue Stadthäuser für Magdeburg

Ähnlich wird anschließend auch beim Speicher A Süd verfahren. Hier bleibt ebenfalls nur die Hülle erhalten, dafür werden aber sieben bis acht Stadthäuser für eine Kombination aus Arbeiten und Wohnen eingesetzt. „Dabei wird der Umbau noch sensibler, weil die ganzen Schaltanlagen sich dort befanden“, sagt Horvath.

Für den Speicher B gibt es noch keine konkreten Pläne, es wird aber auch eine Gewerbenutzung sein. Im Bereich der ehemaligen Montego-Beach-Bar, direkt am Elberadweg, ist der Neubau von 3 bis 4 Mehrfamilienhäusern mit circa 50 Eigentumswohnungen geplant, kündigt Rollandy Horvath an. Der entsprechende Hochwasserschutz wurde im in der Vorwoche im Stadtrat Magdeburg beschlossenen Bebauungsplan festgesetzt.

Bis 2021 sollen diese Vorhaben Stück für Stück umgesetzt werden, erklärt Horvath weiter. Zwischen 30 und 40 Millionen Euro werden voraussichtlich in das „Elbarkaden“ genannte Projekt investiert.