Magdeburg l Nach dem gestrigen Volksstimme-Beitrag zum geplanten „Wohnquartier Winterhafen“, das Oldenburger Investoren auf einem eigenen Grundstück rund um das alte Klubhaus der Eisenbahner zwischen Seilerweg und Winterhafen planen, reagieren Stadtverwaltung und Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) mit Vorbehalten gegenüber einer weiteren Wohnbebauung im Bereich. Am Rande der Recherche zum Wohnprojekt der Oldenburger, über das der Stadtrat im April entscheiden soll, berichtete ein Magdeburger Architekt über Pläne der Stadt, auch das heute noch vom Tiefbauamt als Bauhof genutzte Nachbargrundstück am Winterhafen zum Wohnviertel zu entwickeln. Dass der Bauhof am Standort geräumt wird, ist beschlossene Sache.

Klaus Zimmermann, als Bürgermeister und Finanzbeigeordneter auch für kommunale Liegenschaften zuständig, erklärte gestern auf Nachfrage: „Von Plänen einer Bebauung ist mir bisher nichts bekannt. An mich oder das Liegenschafts- amt ist auch noch kein Interessent mit solchen Plänen herangetreten.“ Theoretisch sei eine Entwicklung und Neubebauung auf dem stadteigenen Grundstück aber möglich. „Das Gelände ist ja bebaut, wenn auch eine neue Entwicklung mit Blick auf die Hochwassergefahr sicher nicht ganz einfach wäre.“ Aktuell zeichne sich allerdings noch keine solche Entwicklung ab.

Wobau meldet kein Interesse an

Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Wobau hat, ginge es allein nach ihrem Geschäftsführer Peter Lackner, keine Ambitionen, das Gelände des im Abbau befindlichen Bauhofs zu Wohnzwecken umzubauen. „Ich würde an diesem Standort keinen Wohnungsbau favorisieren, sondern Gebäude zur öffentlichen Nutzung“, sagt Lackner. Natürlich sei ein Bauhof am Stadtpark deplatziert „und auch ein Altenheim wäre besser woanders aufgehoben“, kritisiert der Wobau-Chef die Pläne der Oldenburger Investoren für eine betreute Wohnanlage für Demenzpatienten.

„Aus meiner Sicht braucht der Stadtpark einen attraktiven Eingang und dafür ein gutes Konzept“, sagt Lackner und verweist auf die Herrenhäuser Gärten in Hannover mit Orangerie und Veranstaltungsraum. „Wenn die Stadt das wünscht, stehen wir zur Entwicklung des Standorts zur Verfügung, aber bisher ist noch niemand mit diesem Wunsch an uns herangetreten.“