Biotop

Stadtrat beschließt Aufwertung für ehemaliges Magdeburger Freibad

Das frühere Hellas-Freibad soll aufgewertet werden. Das hat der Magdeburger Stadtrat jetzt beschlossen. Den Sportverein, der es einst nutzte, gibt es heute noch.

Von Stefan Harter
Das ehemalige Hellas-Freibad in Magdeburg soll aufgewertet werden.
Das ehemalige Hellas-Freibad in Magdeburg soll aufgewertet werden. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - Schwimmen wird im ehemaligen Hellas-Freibad in Magdeburg sicher niemand mehr. Aber ein Spaziergang entlang des Ufers ohne mannshohen Zaun könnte in Zukunft durchaus möglich sein. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Antrag der Fraktion Grüne/Future! zur Aufwertung des Biotops mehrheitlich angenommen. Ein Besuchersteg könnte beispielsweise künftig dort entstehen, wie es im Antrag heißt.

Zuvor hatte CDU-Stadtrat Bernd Heynemann darauf hingewiesen, dass er bereits 2015 einen ähnlich lautenden Antrag gestellt habe, der weiter Bestand hätte. Bürgermeister Klaus Zimmermann erklärte in der Ratssitzung, dass die Verwaltung in den vergangenen Jahren jährliche Willensbekundungen abgegeben habe, mit Hilfe von Fördermitteln das frühere Freibad aufwerten zu wollen. Allein die Bewilligung blieb bislang aus. „Um die Finanzierung sicherzustellen, damit wird den Erlebnisbereich aufwerten können, werden wir unseren Antrag aufrechterhalten“, erklärte er.

Sowjetverwaltung löste Verein auf

Unterdessen meldete sich nach dem Volksstimme-Bericht über den Ratsantrag, Jens-Andreas Münch, seines Zeichens Vorsitzender des SC Hellas Magdeburg. Im Bericht hieß es, dass der Verein nach dem Zweiten Weltkrieg verboten worden sei. „Diese Formulierung impliziert möglicherweise unzutreffend negative Assoziationen“, schrieb er.

„Der Verein wurde durch die Verordnung über die Neuregelung des Vereins- und Genossenschaftswesens des Präsidiums der Provinz Sachsen im Einvernehmen mit der Sowjetischen Militärischen Administration vom 22. Mai 1946 aufgelöst und das Vermögen inklusive des Grundstücks an der Pettenkoferstraße eingezogen“, erläutert er. Diese Maßnahme betraf damals praktisch alle Vereine, unabhängig davon, ob sie auf politischem oder zum Beispiel wie Hellas ausschließlich auf sportlichem Gebiet tätig waren, so Münch.

Seit 1993 wieder in Magdeburg

Da nach 1946 zunächst nur Betriebssportgemeinschaften eine Genehmigung bekamen, schlossen sich aktive Hellas-Sportler vorerst der BSG „Aufbau Börde“ an, berichtet er weiter. Der SC Hellas wurde dann 1955 von Mitgliedern, die ihre Heimat verlassen hatten, in Braunschweig als Traditionsverein wiederbelebt. Erst nach der Wende konnte man zurückkehren. Seit 1993 widmet sich der SC Hellas vor allem dem Breitensport und der Kinder- und Jugendarbeit.

„Wir begrüßen das Vorhaben, das Areal zu erhalten, in einen angemessenen Zustand zu versetzen und so zumindest die Erinnerung an ein wichtiges Stück Magdeburger Sportgeschichte zu erhalten“, erklärt Jens-Andreas Münch.