Magdeburg l Die Probleme, unter denen das Image des Magdeburger Kneipenviertels im südlichen Stadtzentrum enorm gelitten hat, sind hinlänglich bekannt. Nach einzelnen Vorfällen schon in den Vorjahren, macht der Hasselbachplatz seit 2017 regelmäßig Schlagzeilen als Ort nächtlicher Prügeleien. Alkohol und andere Drogen spielen dabei eine nicht unbeträchtliche Rolle, auch Auseinandersetzungen unter Clans, daneben natürlich Lärm und Müll. Erste Gastronomen haben sich vom Platz zurückgezogen.

Neben einer verstärkten Präsenz von Ordnungsamt (Stadtwache) und Polizei am Ort, besserer Beleuchtung und kultureller Belebung, brachte die Fraktion der Ratsgrünen bereits im Sommer 2018 die Idee zum Einsatz eines „Nachtmanagers“ als zentrale Figur für Kommunikation und Koordination ins Spiel. Die Verwaltung prüfte die Anregung und bekundete im November des Vorjahres Begeisterung. Aus dem „Nachtmanager“ ist inzwischen der „Hasselmanager“ geworden. Er soll kommen.

Bürger fragen nach

Ein weiterer Sommer samt Problemen am Platz ist nun ins Land gegangen, der Manager aber noch nicht in Sicht, die Stelle bislang noch nicht ausgeschrieben. Zur jüngsten Ratssitzung meldete sich ein Magdeburger in der Bürgerfragestunde zu Wort und wollte wissen, über welche Qualifikation der künftige Platzmanager eigentlich verfügen müsse.

Besetzung der Stelle als Weihnachtsgeschenk?

Der Ordnungsbeigeordnete Holger Platz (SPD) wurde nicht sonderlich konkret: „Das Profil steht noch nicht im Detail.“ Gastronomen und der künftigen Träger der Managerstelle – der Stadtmarketingverein Pro M – würden einbezogen. Voraussichtlich am 17. Oktober werde der Stadtrat im Grundsatz entscheiden, wonach – ein positives Ratsvotum vorausgesetzt – Pro M die Stelle ausschreiben könne. Nach diesem Zeitplan könnte der „Hasselmanager“ zum Weihnachtsgeschenk werden. Anlieger und Besucher des Platzes setzen große Hoffnungen auf eine verbesserte Stimmung durch den neuen Ansprechpartner für alle Seiten.

Auf jeden Fall, so Platz vage, müsse sich ein potenzieller Bewerber in Magdeburg gut auskennen und natürlich gut mit Menschen kommunizieren können. „Er soll die Interessen aller Akteure und Anwohner rund um den Hasselbachplatz bündeln, selbst Vorschläge zur Entwicklung des Quartiers machen und Events wie die ,Hasselnight‘ oder das ,Hassel Fever‘ begleiten.“ Auf keinen Fall, so der Beigeordnete weiter, solle der „Hasselmanager“ ordnungspolitische Aufgaben übernehmen oder gar für die Sicherheit am Platz zuständig sein. Diese Aufgabe haben Ordnungsdienst und Polizei zu schultern, für die der Manager aber auch ein Ansprechpartner und Bindeglied werden soll.

Nach Platz meldete sich auch Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zum Thema zu Wort. „Wir wollen, dass Anwohner und Gewerbetreibende dort gut miteinander auskommen und das Kneipenviertel erhalten bleibt. Das ist der Hasselbachplatz ja, und damit werben wir auch, das Magdeburger Kneipenviertel.“