Magdeburg l Noch dient der Kölner Platz als Lager für die Baustelle des Autotunnels unter der Ernst-Reuter-Allee. Doch in den kommenden Monaten soll die Baufirmen den Platz frei machen für eine Neugestaltung zwischen den Gleisen 5 und 6. Es geht um eine Fläche von rund 80 Metern mal 40 Metern. Eine Visualisierungen für das Gelände, das der Deutschen Bahn gehört, liegen noch nicht vor. Aber verschiedene Varianten wurden bereits intern auf Plänen skizziert.

Bahnhofsmanagerin Karin Meyer bestätigt: „Es geht uns darum, hier einen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.“ Aus diesem Grund sollen hier je nach Variante fünf bis sechs Bäume gepflanzt werden. Ein grüner Kontrastpunkt zur rund 500 Meter langen Strecke an der benachbarten Ernst-Reuter-Allee könnte hier entstehen, auf der aufgrund des Tunnels darunter und der Eisenbahnbrücken darüber das Setzen von Bäumen kaum möglich sein wird. Zwar soll es auch in der Nachbarschaft Pflanzungen geben – nämlich im Bereich des früheren Bahnpostamtes oberhalb der Böschung zwischen Bahngelände und Ernst-Reuter-Allee. Doch diese Grünfläche soll nichtöffentlich bleiben.

Zufahrt nur für Einsatzfahrzeuge

Neben dem Grün wird es eine Zufahrt mit Wendeschleife für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge auf dem Kölner Platz geben. Ansonsten soll der motorisierte Verkehr hier in Zukunft außen vor gelassen werden. Platz ist für Fußgänger und für Radfahrer. Für Letztere soll unter dem Vorsprung eines Bahnsteigs eine Abstellanlage entstehen. Hier sollen rund 250 Fahrräder – davon 50 in Boxen – Platz finden. Die Stadt hatte in einem Papier eine höhere Zahl gefordert.

Bei der Diskussion um ein kostenpflichtiges Fahrradparkhaus war auch der Kölner Platz im Gespräch – doch bereits in der im Sommer vorgelegten Machbarkeitsstudie war dieser Standort aufgrund der Planungen der Deutschen Bahn nicht weiter untersucht worden. Stattdessen sind für ein solches Parkhaus Standorte am Konrad-Adenauer-Platz im Bereich des derzeitigen Aufgangs zu Gleis 13 sowie am Willy-Brandt-Platz neben McDonald’s im Gespräch.

Entstehen soll ein Ort zum Verweilen

Den Kölner Platz möchte die Bahn hingegen eher zu einem Gelände machen, über den nicht allein Reisende eilen, um vom Fußgängertunnel im Hauptbahnhof zur neuen Haltestelle unter den Eisenbahnbrücken zu kommen. Karin Meyer erläutert: „Wir können uns aus diesem Grund auch gut vorstellen, hier Räume für Gastronomie zu öffnen.“ Dabei geht es um das Erdgeschoss des Gebäudes am Platz, das bislang nicht für öffentliche Zwecke genutzt wurde. Auch Freiflächen vor den neu entstehenden Lokalen könnten genutzt werden.

Bislang hat die Bahn zwar noch keine Betreiber für ein solches Vorhaben, das angesichts der benachbarten Gleise kaum mit ruhebedürftigen Nachbarn in Konflikt kommen würde. „Doch auf jeden Fall möchten wir angesichts des zu erwartenden Besucherverkehrs hier einen attraktiven Standort schaffen. Wir hoffen dabei auch, dass eine Gastronomie am Schnittpunkt des öffentlichen Personenverkehrs auch dessen Attraktivität voranbringt.“

Kleiner Weihnachtsmarkt denkbar

Auf dem mittleren Teil des Platzes, wo die Bäume stehen sollen, ist ebenfalls eine Nutzung denkbar. Eine gastronomische ebenso wie als Spielfläche für Events, wie der Ideensammlung zu entnehmen ist. „Denkbar wäre beispielsweise, dass auf dem Kölner Platz ergänzend zu den Angeboten am Alten Markt und in den Stadtteilen jährlich ein kleiner Weihnachtsmarkt ausgerichtet wird“, berichtet Karin Meyer. Ein Aspekt, der den auf den Zug wartenden Fahrgästen die Zeit versüßen könnte. Für den Bodenbelag ist im Gespräch, dass sich der Kölner Platz an dem Fußweg in der Ernst-Reuter-Allee orientiert.