Magdeburg l Am Kranhaken schwebte am Freitag die Richtkrone für den neuen Blauen Bock, das Verwaltungsgebäude der Städtischen Werke Magdeburg (SWM). Darunter freuten sich die SWM-Geschäftsführer, Politiker, Gäste und vor allem die Bauarbeiter über das Erreichte. Nach dem Abriss des alten Blauen Bocks im April 2016 ist mittlerweile der Rohbau des neuen in die Höhe gewachsen. Rund 16.000 Kubikmeter Beton und etwa 3000 Tonnen Stahl wurden für ihn verbaut. Im Mittel waren 60 Bauarbeiter seit November 2017 für die elf Stockwerke des Turms sowie die fünf Etagen des Büroschiffes entlang der Ernst-Reuter-Allee im Einsatz. Angesichts des kleinen Baufeldes war dies nicht nur ein technologisch, sondern auch organisatorisch herausfordernder Bau. Mit der Fertigstellung des Rohbaus sei nun der Lückenschluss in der Innenstadt für alle deutlich sichtbar, hieß es am Freitag.

In den kommenden Monaten werden die Fassaden und Fenster montiert. Die Fassade soll einen hellen sandfarbenen Ton erhalten, die Fenster werden mit einen braunem Ton umrahmt. Damit soll sich der Neubau in die Umgebung gut einpassen, wie Carsten Harkner, kaufmännischer Geschäftsführer der SWM, sagte. Auf den drei Terrassen des neuen Blauen Bocks werden nach Abschluss der Bauarbeiten Bäume und Pflanzen in verschiedener Größe gepflanzt. Die weiteren Innenausbauten haben bereits begonnen und sollen Mitte des kommenden Jahres beendet sein. Der Umzug der rund 350 SWM-Mitarbeiter vom City Carré in den neuen Blauen Bock ist für das vierte Quartal 2020 geplant.

Adresse fängt die Vorgeschichte auf

Ein Schmuckstück soll laut Harkner auch der Platz zwischen dem neuen Blauen Bock und Karstadt werden, unter dem sich eine Tiefgarage befinden wird. Auf der Freifläche sollen ein Pavillon für Präsentationen, Wasserspiele sowie Bäume Platz finden. Die Adresse der neuen Firmenzentrale fängt die Geschichte des Vorgängerbaus auf: Am Blauen Bock.

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Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der SWM, waren voll des Lobes für den Neubau. Laut Trümper betreibe die SWM mit dem Neubau Stadtentwicklung. Und: „Das hier ist die einzige Baustelle in Magdeburg, über die nicht gemeckert wird. Dass eine Fahrspur der Ernst-Reuter-Allee gesperrt ist, fällt nicht ins Gewicht, weil es wegen der nächsten Baustelle ein Stück weiter sowieso nur nach links oder rechts geht“, sagte Trümper mit einem zwinkernden Blick auf die Tunnelbaustelle.

Gastronomie zieht mit ein

Neben den SWM werden weitere Mieter in den neuen Blauen Bock einziehen. Bereits besiegelt ist, dass das Restaurant „SHIKI“ mit gehobener asiatischer Küche 800 Quadratmeter auf zwei Etagen belegen wird. Weitere Gastronomie zieht mit der Peter-Pane-Restaurantkette ein, die einen Burgergrill eröffnen wird. Mit weiteren Mietern sei man derzeit in Gesprächen, hieß es von den SWM.

Der ehemalige Blaue Bock wurde im Jahr 1967 erbaut und im Jahr 2016 abgerissen. Nach jahrelangem Leerstand hatten die SWM das Haus gekauft. Wie es zu seinem Namen kam, ist nicht eindeutig geklärt. Unter anderem wird vermutet, dass sich die Bezeichnung auf die Fassade, auf die damalige Fernsehsendung oder auf das leichte Leben der Bewohner des Hauses bezieht.