Magdeburg l Unter anderem Feuchttücher, Binden und auch Kondome sind laut eines Videos mit ungefiltertem Wasser am Samstag in Magdeburg in die Elbe geleitet worden, was nun für Aufregung sorgt. Das Facebook-Video von Thomas Tilsch, welches am Samstag, 13. Juli, veröffentlicht wurde, zeigt ein Abwasserrohr an der Elbe in Magdeburg, welches Wasser mit Müll in den Fluss transportiert. Der Magdeburger hatte schon in früheren Postings auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Das aktuelle Video vom Samstag wurde bis zum Montagmorgen rund 13.000 Mal geteilt.

Die SWM Magdeburg reagierte am Sonntag auf das geteilte Video mit einem Facebook-Post und bestätigte die Vermutung, dass es sich bei dem Wasser um ungefiltertes Mischwasser, einem Mix aus Regen- und Abwasser handelte. "Durch den Starkregen am Samstag war unser Kanalsystem überfüllt, wodurch es zu der sogenannten 'Entlastung der Kanäle' kam", berichtet Anja Keßler-Wölfer, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der SWM. "Diese Praxis ist notwendig und prinzipiell bei solchen besonderen Ereignissen genehmigt, um ein Überlaufen an Kanaldeckeln oder gar von Toiletten zu verhinden."

Keßler-Wölfer habe Verständnis für die Aufregung, dass der Müll, der sonst von Systemen aus dem Wasser gefiltert werde, nun in der Elbe gelandet ist. Anregungen und Vorschläge, wie Netze vor den Rohren, um das Ausmaß des Mülls in der Elbe in solchen Ausnahmesituationen einzudämmen, wolle die Sprecherin prüfen.

Dennoch betonte Keßler-Wölfer, dass das abgelassenen Abwasser verdünnt in die Elbe geleitet wurde. "Einzig der Plastikmüll, der durch Magdeburger selbst in das Wasser gebracht wird, kann nicht verdünnt werden", gibt die Sprecherin zu Bedenken. Wer zudem Fragen rund um Abwasserentsorgung habe oder sich dafür interessiere, welche Probleme im Alltag der SWM durch fälschlich im Wasser entsorgte Damenbinden, Feuchttücher und Kondome entstehen, könne den 14. September 2019, den "Tag der offenen Tür" im Klärwerk Magdeburg/Gerwisch, ab 10 Uhr nutzen.