Magdeburg l Der Tatort Magdeburg in Zahlen: 3.307 Körperverletzungen gab es im Jahr 2016, 3.518 Fahrraddiebstähle, 455 Wohnungseinbrüche, davon 155 tagsüber, und 207 Sexualdelikte, weniger als im Vorjahr – dafür aber doppelt so viele überfallartige Vergewaltigungen.

Mit 50 Fällen von Vergewaltigung hatten es die Magdeburger Polizisten im vergangenen Jahr zu tun. 42 davon seien „überfallartige Vergewaltigungen“ gewesen, erklärt der Leiter des Revierkriminaldienstes Frank Held. Und nennt die Zahl aus dem Jahr 2015: Damals wurden 22 solcher Vergewaltigungen registriert. Der Kriminalrat: „Insgesamt sprechen wir immer noch von niedrigen Fallzahlen, aber für jedes Opfer ist es natürlich eine Tat zu viel.“ Bei den Übergriffen gehe es allerdings nicht nur um Angriffe draußen, sondern auch in der Wohnung. Wenn sich zum Beispiel Frauen mit Männern zu Hause verabreden.

Fünf der Vergewaltigungstäter sollen Ausländer gewesen sein. In puncto Sexualstraftaten ist der aktuellen Statistik zufolge die Zahl von 234 im Jahr 2015 auf 207 im Jahr 2016 zurückgegangen. Insgesamt wurden 2016 von den Ermittlern 28.354 Straftaten erfasst, ähnlich wie im Jahr zuvor. Auch die Aufklärungsquote der Beamten blieb konstant: Etwa jeder zweite Fall konnte gelöst werden.

Diebstahl

Fast jede zweite Straftat war 2016 ein Diebstahl. Die Wohnungseinbrüche haben zugenommen, dabei in den vergangenen Jahren vor allem auch der Einbruch in Einfamilienhäuser. Waren das 2014 noch 109 Fälle, kommt man im Magdeburger Revier im vergangenen Jahr auf 147 Fälle. Vorbeugende Maßnahmen seien der wichtigste Schutz in Sachen Einbruch, sagt Frank Held. So hätten die Beamten ihre Streifenfahrten, gerade in der dunklen Zeit, erhöht und die Regionalbereichsbeamten sich auf die Fahne geschrieben, die Anwohner zum Beispiel über Sicherungstechniken aufzuklären. Auch ihre Fahrräder sollten die Magdeburger weiterhin gut sichern, vergangenes Jahr wurden 3.518 an der Zahl geklaut. Im bundesweiten Vergleich seien allerdings die Magdeburger Ermittler in puncto Aufklärung ganz vorn dabei. Weil sie „nachhaltig arbeiten“, sagt Held und meint damit zum Beispiel: Drogenabhängige Täter müssen in eine Therapie, um gar nicht erst wieder in die Situation zu kommen, in der sie durch Stehlen ihre Drogen finanzieren.

Drogen

Ganz vorn dabei: Die Droge Crystal Meth, mit hohem Suchtfaktor. Insgesamt gab es 893 Rauschgiftdelikte im letzten Jahr, 2015 waren es 908. Was allerdings zugenommen hat: die Straßenkriminalität. In 6.993 Fällen wurden die Taten auf öffentlichen Plätzen begangen. Dazu gehören Frank Held zufolge auch mehr Körperverletzungen 2016 in der Öffentlichkeit.

Widerstand gegen Beamte

Härter ging es offensichtlich nicht nur auf Magdeburgs Straßen zu, sondern auch gegenüber den Polizeibeamten. Die Straftaten sind im Gegensatz zu 79 (2015) auf 110 angestiegen.

Politisch motiviert

Die politisch motivierten Straftaten haben laut Statistik in den vergangenen Jahren stetig abgenommen. Die 38 Gewaltübergriffe seien hauptsächlich von den Linken ausgegangen, erklärt Staatsschutz-Leiter Frank Schwitzer. Es gebe auch mehr Graffiti mit linken Parolen. Vor allem während des Wahlkampfes 2016 hätten sich die Linken an Plakaten und Eigentum von AfD-Politikern zu schaffen gemacht. Angriffe auf Asylunterkünfte gab es sechs. Dass Ausländer einen Deutschen als „Nazi“ beschimpft oder sich untereinander angegriffen haben, kam sieben Mal vor.