Magdeburg l Parkplätze beziehungsweise deren Mangel sind ein heißes Thema für viele Stadtfelder. Auch auf der Bürgerversammlung mit Oberbürgermeister Lutz Trümper im vergangenen Herbst wurde darüber mal wieder diskutiert. Einen Aspekt aus der Debatte hatte sich jetzt Burkhard Moll, Vorsitzender der Fraktion Tierschutzpartei/Bund für Magdeburg, herausgepickt und bei der Stadtverwaltung nach einer konkreten Lösung gefragt.

Denn Anwohner der Martin-Agricola-Straße hatten sich über mehrere Ausbuchtungen in ihrer Straße beschwert, die augenscheinlich keinen tieferen Sinn erfüllen, aber heiß begehrte Stellplätze wegnehmen. Neun solcher Flächen mit hohem Bordstein gebe es, berichtet Moll. „Dort befinden sich weder Bäume noch Grünflächen, deren Sinnhaftigkeit erschließt sich daher auf den ersten Blick nicht“, erklärt er.

Flächen freigeben

Weil sie keinen Parkplatz finden, werden die Flächen von den Anwohnern ohnehin bereits als Abstellplatz für ihre Autos genutzt. Da könne man das doch gleich legalisieren und das Parken freigeben beziehungsweise durch Absenken der Bordsteine vereinfachen, so die Idee des Stadtrats. Zwölf zusätzliche Stellplätze könnten so seiner Rechnung nach entstehen.

Magdeburgs Verkehrsbeigeordneter Dieter Scheidemann hat jetzt Stellung zu diesem Vorschlag bezogen. Zunächst erklärt er, dass der Verwaltung die „sehr angespannte Parksituation in der Martin-Agricola-Straße“ durchaus bekannt sei.

Zum Zweck der Flächen erläutert er, dass sie zum Beispiel zum Queren der Straße für Fußgänger, für Anlieferungen oder Rettungseinsätze vorgesehen seien. Aus diesem Grund sei es aus Sicht der Verwaltung auch nicht möglich, sie einfach so zum Parken freizugeben. „Sie sind eindeutig dem Gehweg zuzuordnen und nicht zum Beparken vorgesehen“, stellt Scheidemann fest. Auch künftig sollte dies nicht zugelassen werden, da es „keine sichere Nutzungsmöglichkeit“ sei. Eine Absenkung der Bordsteine wäre aufgrund der Breite der Flächen nicht möglich, sagt der Beigeordnete.

Baustelle als Ursache

Stattdessen verweist er auf die aktuelle Baustelle der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) in der Wilhelm-Klees-Straße, die zur derzeitigen Parksituation in der Martin-Agricola-Straße beitrage. „Es ist davon auszugehen, dass mit Beendigung der Baumaßnahme voraussichtlich Ende März eine Entspannung eintritt“, hofft Dieter Scheidemann. Dort wird seit gut einem Jahr ein Teil der neuen Fernwärmetrasse der SWM verlegt.