Magdeburg l Vor knapp drei Wochen startete die Stadt die Blaualgenbekämpfung am Barleber See. Mit einem Boot wird tonnenweise Aluminiumsalz ausgebracht, um den Phosphorgehalt im See zu senken. Die Maßnahme trägt erste Früchte. Am Freitag ist das Badeverbot aufgehoben worden. Gebannt ist das Risiko jedoch nicht. Nach wie vor kann es zu allergischen Reaktionen wie Schwindel und Übelkeit auf Grund der Blaualgenbelastung kommen. Besucher sind daher angehalten, sich nach dem Baden zu Duschen. Es gilt Warnstufe 2.

Nicht jeder Besucher hat dies jedoch mitbekommen. Mihai Muresan war mit seiner Familie auf der Durchreise von Kroatien nach Flensburg. Einen Abstecher zum Barleber See nutzten sie am Sonnabend, um sich abzukühlen. Darauf, dass es ein Blaualgenproblem gibt, sei er nicht hingewiesen worden, sagt er. „Das erklärt auch, warum das Wasser so bitter schmeckt."

Wasserqualität nicht gut

Dass die Wasserqualität nicht sonderlich gut ist, empfanden auch Cathleen Wohlert und Udo Wilcke so. „Es ist irgendwie milchig und fühlt sich komisch seifig an", beschreiben sie. Um ihre Gesundheit machen sie sich wegen der Blaualgen jedoch keine Sorgen. Sie seien bereits im vergangen Jahr trotz Blaualgenplage baden gegangen und haben keine Probleme bekommen. „Man soll das Wasser ja nicht trinken sondern darin baden. Danach duschen wir zu Hause ausgiebig und dann ist gut.“

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Auch Diana Haberland und Olaf Quade stören sich nicht an den Blaualgen. Im Strandbereich haben sie nichts auffälliges gesehen. Kein Blaualgenteppich. „Nur, dass das Wasser trüb ist, ist uns aufgefallen", sagt Olaf Quade. Schon lange sei es nicht mehr so klar wie früher. Allerdings stören sie sich daran nicht und fahren trotzdem regelmäßig zum Baden.

Geduscht werde keinesfalls nach jedem Spung ins Wasser. Dafür seien ihnen die Duschen zu weit weg. Sie stehen etwa mittig des Strandbereiches, nahe den Volleyballfeldern. Zusätzlich aufgebaute Duschen gibt es nicht. Scheint auch gar nicht nötig. Trotz schönstem Wetter ist der Strand nahezu leer, nur etwa 50 Menschen sind an dem langen Uferbereich.

Keine Warnstufe am Neustädter See

Anders am Neustädter See. Galt dort am Freitag noch die Warnstufe 1, war sie ab Sonnabend gänzlich aufgehoben worden. Es konnte keine Blaualgenbelastung nachgewiesen werden.

Die Hitzewelle hatte dafür gesorgt, dass sie die Blaualgen vermehren. Die Algen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien (Cyanobakterien), die natürlicherweise im Gewässer vorkommen. Wenn sie sich vermehren, bekommt das Wasser einen grünlich-bläulichen Schimmer und riecht meist leicht muffig.

Selbst in der Ostsee hat sich ein großer Blaualgenteppich gebildet, der in den kommenden Tagen die Küste erreichen könnte. Das passiere bei Ostwind und es wird ein Badeverbot verhangen, weiß Mihai Muresan. „Dann gehen wir auch wirklich nicht ins Wasser.“ Wäre er ins Wasser gegangen, hätte er von den Blaualgen im Barleber gewusst? „Ja. Das Wasser sieht ganz okay aus. Für eine kleine Abkühlung reicht’s, solange man sich danach abduschen kann. Nur würde ich dann wohl mehr aufpassen, kein Wasser zu schlucken.“